Mongolenmeute

Hundeleute sind verrückt – und nicht nur bei Hunden!

Hundeleute wissen, dass sie verrückt sind – und sind noch stolz darauf!

Aber sie sind nicht nur bei Hunden verrückt, wie die folgende Reportage beweist

 

Ich bin nur vorübergehend hier“ – Botschaften aus dem Niemandsland – von Tankred Dorst

Reportage zum Theaterprojekt des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken

(Fotos durch Anklicken vergrößern!)

Das Stück und seine Figuren

Sonny 2

Sonny

„Liebe Hinterbliebene – der letzte Dreck seid ihr – fünf Haufen Scheiße und Schrott mit Namensschildern dran – da hat jede Ratte im Labor, die sie durch den Fleischwolf drehen, ein sinnvolleres Dasein als ihr!“ Das ist die hasserfüllte Botschaft, die Onkel Sonnemann, genannt Sonny – „weil ich so ein strahlendes Lächeln hatte“ – posthum per Video an seine Hinterbliebenen sendet. Sonny (bürgerlich: Adolf Kraßnigg) ist eigentlich eine kümmerliche Existenz. Als er es „schriftlich“ hat, nur noch vier Wochen, maximal sechs, zu leben, bleibt ihm als letzte Genugtuung, vielleicht sogar die einzige seines gescheiterten Lebens, seinen seit dreißig Jahren nicht mehr gesehenen „Anverwandten“ eine große Erbschaft vorzugaukeln, um sie mit diesem Köder aufs Übelste beschimpfen zu können.

Sonny family

Posieren für die Sonny-Family: Nichte Marion – einfältige Mutti – der bornierte Kurt – dicke Schwester Helga – geldgeiler Neffe Horst

Woher sein Hass auf die eigene Familie kommt, wird im Stück nicht deutlich. Aber vielleicht sind diese „unwiderruflich letzten Grüße aus dem Jenseits“ nichts anderes als Sonnies Versuch, seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Darum lautet seine eigentliche Botschaft, oder Subtext, wie es beim Schauspielern heißt: „Ihr, die Familie, seid nichts anderes als ein geldgieriges Pack, das sich bei der Aussicht auf eine fette Erbschaft von mir sogar übelst beschimpfen lässt. Darum ist es gerechtfertigt, dass ich euch anschmiere!“ Unfähig zur Reflexion seiner eigenen Situation flüchtet Sonny in den Sarkasmus auf andere – auch seine Mitbewohner in der „Seniorenresidenz“ werden von ihm angepöbelt.

Kind Walther Gruppe

Das Kind/Lara Christine – Regisseur Walter
Szenenprobe

Aber: „Der Tod ist auf einen Baum gestiegen“, erzählt das seltsame Kind im roten Kleid, „und nicht mehr heruntergekommen. Seitdem ist niemand mehr gestorben – kein Junger, kein Alter. Alles dreht sich im Kreis“(Badische Zeitung) .

Alma Lilje Paglia

Pennerin Alma/Jutta – Frau Lilje/Regina – Herr Paglia/Werner

Doch diese „Seniorenresidenz“, ein im Stück nicht näher definierter Ort, ist aus meiner Sicht nicht das eigentliche „Niemandsland“, sondern das findet sich in den Köpfen der dreizehn Alten. Jeder von ihnen trägt eine vom Leben und/oder dem Alter geprägte Verstörtheit mit sich. Da ist Herr Paglia, der auf Frau Liljes Frage nach seinem Namen nur „I used to be a dancer“ stammeln kann und ansonsten sich daran erinnert, dass er und seine Frau wenig gesprochen haben „ in ihrem langen, kurzen Leben“. Frau Lilje ihrerseits aber glaubt sich auf der Flucht vor unbezahlbaren Schulden. Die alte Frau Schilagi ist fast pausenlos unterwegs, obwohl sie nur noch Zentimeter für Zentimeter voran kommt – von Sonny als „die Rennschnecke“ verhöhnt.

Büttner Röllecke Fr i. N.

„Dr.“ Büttner/Dieter – Herr Röllecke/Hans – Frau im Nachthemd/Ursula

Ein mutmaßlicher Mörder ist auch dabei, Doktor Büttner. der schnell mit der finalen Spritze, Euthanasie, vor allem für Alte zur Hand sein möchte, „das ist human“. Die „14 ungeklärten Todesfälle alter Patienten“, so Richter Dahms, versteht er als Liebesakte. Aber sonst noch behauptet er, seine Frau mit einem Hammer umgebracht zu haben. Ob wahr oder nur Gerücht: „Die Damen lieben mich, weil sie ahnen, ich könnte auch ihr Mörder sein“. Dem morbiden Flair des Doktors erliegt auch Frau Mayer-Krüll, die wohlig schaudernd im Tangotakt das „Dämonische“ des Mannes genießt.

Gruppe mit Dahms

v. links: Paglia – Lilje – Frau im Nachthemd – Röllecke – Frau Mayer-Krüll/Hannelore – Richter Dahms/Wolfgang (vorne) – „Dr.“ Büttner

Der autoritäre Richter Dahms faselt von Gerechtigkeit und führt eine schwarze Liste über die „Vergehen und Verbrechen“ der Mitbewohner gegen den „schönen und geistvollen Entwurf der Schöpfung“ – ist aber wie alle anderen Alten zutiefst beunruhigt vom Erscheinen eines Kindes. Spätere Andeutungen weisen sogar auf die Ermordung des Kindes – durch wen auch immer – hin.

Alma Paglia

„Pennerin“ Alma/Jutta – Paglia/Werner

Die stets nörgelnde Pennerin Alma bietet sich dem „Tod im Baum“ als Frischware an. Ansonsten „scheißt“ sie streng nach Vorschrift in den Rinnstein: Wir leben doch in Deutschland!

Nelly Hedwig Schilagi M.m.O. 2

Nelly/Margret – Hedwig/Christel – Frau Schilagi/Ruth – Mann mit den Ohrenschützern/Jörg

Andere werden von ihrer Vergangenheit verfolgt: von den Traumata des Krieges wie der Mann, der versucht, mit Ohrenschützern das Dröhnen der 500 Bomber im Anflug und das Inferno des Feuersturms zu dämpfen. Oder von missglückten Karrieren wie Nelly im Rollstuhl, „was hab ich wieder Wut auf diese starren Knochen!“, die Schauspielerin, der sich Herr Röllecke vergeblich als „Romeo“ ihrer gemeinsamen Jugendzeit zu erkennen gibt. Röllecke hatte eine Schauspielkarriere als jugendlicher Held angestrebt: „Sie haben von meinem späteren Ruhm wohl nichts gehört? Ich auch nicht!“

Nelly jedoch, vielleicht in Phasen einer wahnhaften Demenz, begeht nach dieser Begegnung Selbstmord, „erstickt mit der Plastiktüte“. Aber auch gescheiterte Träume werden gezeigt, von denen sich die Frau im Nachthemd in einen eingebildeten Tod flüchtet. Und die resolute, aber geistig sehr einspurige Hedwig ist eigentlich schon „ford“, denn „ es wird gar nichts besser“.

Kaffeepause

Kaffeepause

 

Darsteller-Casting und Probenumfang

Gleich dreizehn Darsteller im fortgeschrittenen Alter holt Tankred Dorst in seinem Stück „Ich bin nur vorübergehend hier – Botschaften aus dem Niemandsland“ auf die Bühne. So ist klar, dass hier nur Laien spielen können. Denn wo bekommt man sonst 13 Profi-Schauspieler in Rente her?

Paglia Hedwig KindJPG

Paglia/Werner – Hedwig/Christel – Das Kind/Lara Christine
im Pausengespräch

Alle Darsteller der Dinslakener Aufführung wurden vom Landestheater Burghofbühne Dinslaken „gecastet“. Die Burghofbühne ist eine von vier Landestheatern in NRW. Aus ca. 50 Bewerbern suchten Regisseur Walter Spethmann und Chefdramaturg Lars Helmer diejenigen aus, die am besten zu den Bühnenfiguren passten, sieben Damen und sechs Herren. Die Darsteller im Alter von 62 bis 84 Jahren kommen nicht nur aus Dinslaken, sondern auch aus Duisburg, Xanten, Wesel, Voerde und Hünxe, der Regisseur übrigens sogar aus Hamburg! Die einzige gelernte Schauspielerin aber ist Lara Christine Schmidt von der Burghofbühne. Sie spielt „das Kind“!

Rosa Walther

Rosa/Regieassistenz – Walter/Regisseur

Aber wer denkt, die Senioren hätten sich zum gemütlichen Kaffee trinken und Klönen getroffen – mit ein bisschen Theater spielen -, der liegt weit daneben. Da steht der Regisseur Spethman davor – und seine reizende, junge, vor Ideen übersprudelnde Assistentin Rosa Grunicke.

Nicht nur die Dialoge, die sprachlichen Feinheiten und Intonationen der Texte, sondern jeder Weg, jede Bewegung der Figuren auf der Bühne, einzeln oder in Gruppen, jede Körperhaltung und Geste, aber auch die Zusammenarbeit mit Musik und Tanz sowie Kamera- und Toneffekten werden akribisch erarbeitet und auf ihre Machbarkeit und Wirkung überprüft. Dazu gesellen sich gespielte Alternativen und so wird immer und immer wieder geprobt und wiederholt.

Kaffepause 2

Kaffeepause

Rechnet man alle geplanten Stunden Probezeit bis zur Premiere, dann kommen gut und gerne rund 200 Stunden zusammen. Fast jeden Wochentag, ausgenommen die Oster-/Theaterferien, sind das bis zu 6 Stunden Proben, – sowohl auf der Probebühne des Landestheaters im Tenterhof wie auf der großen Bühne der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken. Natürlich sind die Anpassung der Kostüme wie auch der Besuch bei der Maskenbildnerin darin enthalten.

 

Motive der Darsteller

Aber wer tut sich das alles an – und warum? Zwei Motive stehen bei den Darstellern im Vordergrund. „Du musst dringend unter die Leute kommen. Und so ein Gedöns hast du doch auch schon früher gemacht“. So oder ähnlich klingen die Aufforderungen von Schwester, Tochter oder anderer Angehöriger der ausgesprochen fitten Senioren – („eigentlich sogar viel zu fit für die Figuren im Stück“, so Regisseur Spethmann). Das zweite Motiv lautet „Neugier“. Neugier entweder auf etwas ganz Neues, Ungewohntes oder auf die Verwirklichung eines lang gehegten Traums. Wann hat man schon mal die Gelegenheit sich auf der Bühne zu zeigen, und das sogar bei einem Landestheater NRW!

Interessanterweise lieferte das Tankred-Dorst-Stück selber kein einziges Motiv für die Laienschauspieler. Im Gegenteil! So spricht eine der Darstellerinnen nicht nur mir, sondern auch anderen aus dem Herzen, wenn sie sagt: „Als ich die Textfassung bekam, dachte ich mir, na gut, es scheint ganz interessant, die für mich vorgesehene Rolle zu spielen. Aber als Theaterbesucher würde ich in ein solches Stück wohl nicht gehen!“ Oder eine andere Darstellerin – noch schlimmer: „Als ich die Figur gesehen habe, die ich spielen sollte, habe ich spontan gesagt, ne, das spiele ich nicht. Ich habe den Text drei Tage liegen lassen. Erst dann habe ich mich entschlossen.“

M.m O.  Gruppe

Mann mit den Ohrenschützern/Jörg: Das Brummen von 500 Bombenflugzeugen – Feuersturm – Ich will kein lebendes Ziel sein!

 

Als moderne Senioren können wir natürlich mit Google umgehen. Aber die dort gefundenen Auskünfte und Kritiken über das Stück, über den Inhalt und die agierenden Figuren haben auch nicht weiter motiviert. Die Dinslakener Stadtzeitung kündigt das Stück unter dem Begriff „Wartehalle des Todes“ an. Und die Badische Zeitung nennt es „Tankred Dorsts bedrückendes Stück! .. Diese Alten: Wie zufällig sind sie zusammengekommen an einem nicht näher definierten Ort, verklären ihre Vergangenheit, erzählen von Vereinsamung, Vergessen, Verbitterung, Scheitern und sehnen bisweilen den Tod herbei“. Das groovt nicht wirklich!

In jedem Fall ein Stück, das gehobenen „Alterstrübsinn“ verbreitet und damit dem eigentlichen Lebensgefühl aller Darsteller für die Dinslakener Aufführung diametral entgegen gesetzt ist. (Tankred Dorst selber, heute 87 Jahre alt, war wohl so um die 84 Jahre, als er das Stück zusammen mit seiner Frau schrieb). Aber trotz aller Befremdung und Vorbehalte, – man kann sagen: Letztlich sind die Darsteller der Verlockung, vielleicht einmal in ihrem Leben so etwas zu machen, nämlich auf den Brettern zu stehen, die die Welt bedeuten, am Ende erlegen.

 

Probenstress

Alma M.K. Walther

Alma/Jutta – Frau Mayer-Krüll/Hannelore – Regisseur Walter im Gespräch über die Szene

Aber mit dem dann ausbrechenden Probenstress hat keiner gerechnet! An drei oder vier Tagen nachmittags zum Tenterhof, ja. Aber an 5 – 6 Tagen, also auch am heiligen Samstag, meist 6 Stunden am Tag? Die Darsteller sind zwar fortgeschrittenen Alters, aber fast alle stehen noch voll im Leben. Sie haben Familie, Haus oder Wohnung, Garten, sonstige Verpflichtungen im Leben. Aber was kann man bis 10 Uhr morgens zum Beginn der Proben erledigen, was in den drei Stunden Pause bis 16.00 Uhr? Arzttermine stehen an, Familienfeiern, Behördengänge, Einkäufe, Gartenarbeit usw. – und bei mir noch Hunde, die ihr Recht einfordern.

Und wer glaubt, diese 6 Probestunden seien Larifari, der irrt gewaltig. Die gesamte Zeit erfordert eine gewaltige Konzentration! Das Erlernen des Texts ist nur eine Seite. Der eigentliche Anspruch entsteht aber erst durch das Umsetzen im Spiel! Und da wir als Laien ja keinerlei Voraussetzungen, keine handwerkliche Basis dafür besitzen, keine Automatismen, verlangt ein solches Spiel außerordentliche Anstrengungen. Wenn ich kurz nach 19.00 Uhr endlich zu Hause war, fühlte ich mich regelmäßig ausgelutscht! Noch essen, ein bisschen Schmusen mit meinen Hunden, das war’s, dann wurden die Beine hoch gelegt, Ende des Abends! Kommentar meiner Frau: Das hätte ich nicht gedacht, dass die Schauspielerei einen so schlaucht!

Lilje Nelly Schilagi Büttner Röllecke

Lilje/Regina – Nelly/Margret – Schilagi/Ruth – Büttner/Dieter – Röllecke/Hans

Ich muss ehrlich gestehen: Hätte ich von diesem Probenumfang geahnt, hätte ich es mir dreimal überlegt, ob ich mir das antue. Und als Sportler kenne ich den Begriff des „Übertrainierens“. Damit ist nicht einmal der körperliche Aspekt gemeint, sondern die geistige Frische, die durch Überbelastung schwindet. Manchmal hatte ich ein solches Gefühl. Da wurden plötzlich dringende, aber sonst wenig geliebte Zahnarzttermine zu einer willkommenen Erholung vom Probenstress!

 

Aus Papier wird Leben

Nun aber ist des Motzens genug! Kommen wir zur interessanten Seite dieser Tage! Es hat sicher etwas gedauert, bis wir über die Proben in das Stück hinein gefunden haben. Aber mit jeder neuen Probe erwachten die Worte auf dem Papier zum Leben und entwickelten sich weiter. Wir entdeckten und erlebten die tief berührenden Momente, das Groteske und Makabere, das Tragikomische in den Szenen und Figuren, ja und auch das Vulgäre. Kostprobe gefällig? Doktor Büttner zur Pennerin Alma: Du undichte, alte Flasche! Du abgelutschte alte Vettel! Alma: Verpiss` dich du Spritzer!

Spethmann

Walter Spethman, 74, Regisseur aus Hamburg

Und wir Darsteller bemerkten auch, dass wir ein gutes Team bilden konnten und Regisseur und Chefdramaturg uns als Darsteller genau passend für die jeweilige Rolle ausgesucht hatten. Überhaupt der Walter, unser Regisseur, selber 74 Jahre alt! Bemerkenswert ausgeglichen, aber mit großer Straffheit und Intensität führte er uns durch die Szenen. Selten habe ich jemanden erlebt, der mit einer so ruhigen, recht leisen Stimme eine solche Autorität vermitteln konnte. Aber er war andererseits auch ein richtiger „Sklaventreiber“ – und das lasse ich jetzt einfach mal ohne weitere Beschreibung so stehen.

Das Vertrauen in die Fähigkeiten unseres Regisseurs – und seiner jungen Assistentin Rosa, führte auch uns Darsteller zu eigenem Selbstvertrauen in unsere Rolle und unser Spiel. Und damit stieg die Stimmung bei den Proben spürbar ins Prächtige! Auslöser einer gewissen Ausgelassenheit waren, da sind sich alle einig, die Ohrenschützer, die „unsere Rosa“ für „den Mann mit den Ohrenschützern“ herbei schaffte. Die Farbe der Ohrenklappen war, man ahnt es vielleicht schon: Rosa!

Ich will gar nicht wiedergeben, zu welchen Bemerkungen, Flachsereien und sonstigen Witzen diese Farbe Anlass gab. In jedem Fall ähnelten die Proben danach öfter der Vorbereitung auf ein Lustspiel, nicht auf den Alterstrübsinn des Tankred Dorst! Etliche recht komische, gar vulgäre Momente in den Szenen befeuerten natürlich diese Stimmung. Und alle waren sich einig, statt rosa müssen schwarze Ohrenschützer her!

Aber das war nicht der einzige Grund für die gute Stimmung. Wir spürten alle, wie unser Spiel an Qualität gewann! Immer wieder kam es vor, dass die an einer Szene gerade nicht beteiligten Darsteller sich auf die Plätze der „Zuschauer“ begaben, um die Szene der anderen in einer solchen Perspektive zu genießen!

Gruppe mit Richter

Alma – Richter Dahms -Paglia – Lilje – Frau im Nachthemd – Röllecke – Frau Mayer-Krüll – Büttner

 

Erste „Öffentlichkeit“

Doch auch „echte“ Zuschauer wussten offenbar unsere Darstellung zu schätzen. In der Woche vor den Theaterferien erhielten wir Besuch von mindestens 40 Damen und Herren im etwas fortgeschrittenen Alter – wahrscheinlich genau das Publikum, das Dorst und das Landestheater ins Auge gefasst haben. Ich nehme an, das Dinslakener Seniorenbüro hat hier eine Besichtigung des Tenterhofs als Domizil des Landestheaters organisiert. Der Probenbesuch gehörte dazu und war mit uns abgesprochen. Auf der engen Probebühne drängelten sich jetzt nicht nur 16 Akteure, sondern nun auch diese Besucher. Wir saßen praktisch zwischen den Leuten auf Tuchfühlung mit der Menge.

Chefdramaturg Lars Helmer nutzte gleich die Gelegenheit, auf die sehr beengten und spartanischen Verhältnisse für die Proben der Burghofbühne hinzuweisen. Für die meisten von uns aber war das eine interessante Gelegenheit, uns vor Zuschauern zu präsentieren.

„Unser Walter“ hatte drei, vier Szenen ausgesucht, in denen das Typische dieses Stücks, aber auch das Spektakuläre sichtbar wurde. Und es machte mir und allen anderen beteiligten Darstellern einen großen Spaß, diese Szenen aufzuführen. Für einige von uns war das bestimmt das erste Mal vor einem Publikum. Dem gefielen Stück und Spiel offenkundig, was wir nicht nur dem Applaus entnehmen konnten. Einige sagten uns, dass diese Szenen Neugier auf das gesamte Stück geweckt hätte.

Richter Hedwig

Richter Dahms/Wolfgang – Hedwig/Christel
Mütze ein Geschenk vom Kind – Das Kind will es, dass ich die Mütze so trage!

 

 

Durchlauf Nr. 1

Am 23. März ging es dann zur ersten großen Bewährungsprobe. Der Chefdramaturg hatte sich angesagt und weitere Gäste, um den 1. Gesamtdurchlauf aller Szenen zu begutachten. Bis dahin wurden immer nur einzelne Szenenblöcke mit ihren Übergängen geprobt, nun aber „das Ganze“. Natürlich mit „Netz und doppeltem Boden“, nämlich der hilfreichen Souffleuse Rosa, aber immerhin das ganze Stück lang, ohne „aus der Rolle“ zu fallen. Eine wirkliche Herausforderung für uns Laien.

Und eine Genugtuung! Denn es gelang uns ohne nennenswerte Schnitzer und sogar in der vor kalkulierten Zeit von einer Stunde und vierzig Minuten durchzukommen! Das Lob des Chefdramaturgen danach tat uns allen gut, war es doch die Belohnung von viel Arbeit! Beim Durchlauf waren mir schon die heiteren Reaktionen der Zuschauer aufgefallen. Lars Helmer meinte, es sei uns gelungen, die besondere Stärke des Stück gut heraus zu arbeiten, nämlich der Wechsel von den düsteren, beklemmenden Seiten und den entspannenden Szenen voller Komik und Lachen. Nur eines aber müsse in den kommenden Probenwochen noch erarbeitet werden, nämlich in einen eigenen „Rhythmus“ zu gelangen. Vor allem in den Dialogen sollte es zügig und Schlag auf Schlag zugehen.

Rosa

Rosa Regie-Assistentin – voller Ideen

Na, ja, wie viel Tempo und Dynamik darf man eigentlich von halb senilen und gebrechlichen Figuren im Stück erwarten?, meldet sich dabei der Skeptiker in mir (heißt übrigens wörtlich „Denker“) zu Wort. Es ist mir nicht nur bei unseren Proben, sondern auch bei etlichen anderen Gelegenheiten aufgefallen, dass in den Theaterinszenierungen Tempo und Dynamik Trumpf sind. Muss sich hier auch die Bühne der Beschleunigung der Pop- und Videoclipwelt anpassen?

Mit einer gewissen Wehmut dachte ich an meine Studienzeit in Bochum, schon einiges her, und die Inszenierungen von Peter Zadek. Da dauerte der „König Lear“ locker 3 Stunden und 45 Minuten und der „Kaufmann von Venedig“ stand dem nicht viel nach. Die Stücke wurden schlichtweg voll ausgespielt. Und da hatte man es leicht, den Abend zu verplanen! Denn nach der Aufführung blieben nur zwei Alternativen, entweder in die „Nachtbar“ bis 6 Uhr morgens oder in die Falle, am besten zu Zweit! Heute steht man nach den Aufführungen vor der Frage, was man denn mit dem kaum angebrochenen Abend noch machen kann!

Aber wir wussten nach dem 1. Durchlauf, was zu machen war, nämlich „Ferien“. Ich weiß nicht, ob ich mir zu meiner Berufszeit schon mal so intensiv die „Osterferien“ herbei gesehnt habe!

Kostüme, Maske und Premiere!

(Die folgenden Fotos stammen von Martin Büttner, Fotograf der Landesbühne. Die Verwendung wurde mir erlaubt)

Kostüme

„Alte Bekannte“, nämlich eigene Klamotten bildeten den Hauptteil unserer Kostümierung. Sie sollten den Figurentyp betonen, aber insgesamt den Eindruck von etwas Schmuddeligem ausstrahlen. Für „meinen“ Sonny hatte ich schon von Anfang an ein kleines Strohhütchen ins Auge gefasst, das ich einst für 8.90 € in Wesel als Sonnenschutz für meine schütter werdende Hauptzierde gekauft habe. Allerdings musste das Hütchen ganz schnell einem australischen Stetson aus Stroh weichen und verschwand im Schrank. Bis es nun seine wahre Bestimmung für Sonny – siehe Foto am Anfang – gefunden hat!

Sonny 2

Braune Lederweste: Hallo Kurtchen! Du bösartiger alter Querulant…
Daneben: Hedwig und Nelly

Eigentlich schwebten mir dazu blaue Jeans, helle Weste und helle Sommerschuhe vor. Warum aber Walter dann ausgerechnet meine Probenklamotten, braune Jeans und braunes, gestreiftes Hemd auswählte, habe ich eigentlich nicht so richtig verstanden. In jedem Fall gab es dann noch aus dem Fundus der Bühne eine braune Lederweste dazu. Die gefiel mir allerdings so gut, dass ich versuchen werde, sie nach den Aufführungen zu kaufen.

Die anderen Kostüme kann man auf den eingefügten Fotos besser anschauen, als dass ich sie beschreibe.

Wesentlich prägender für unser Aussehen war jedoch dann die „Maske“. Unter den grellen Scheinwerfern der Bühne glänzt Naturhaut speckig und wirft unnatürliche Fleckfarben. Die Schminke reflektiert aber Kunstlicht anders und paradoxer Weise wirkt dann diese Schminke fast natürlich. Aber unsere Maske für den jeweiligen Typ wurde heftig überzeichnet. Die Maske sollte einerseits die Figur charakterisieren, andererseits alle Personen in der „Wartehalle“ des Todes kenntlich machen. So war das beste Kompliment für das jeweilig Schminkergebnis: „Du siehst richtig schlecht aus!“

MK-Dahms

Frau Mayer-Krüll; Richter Dahms

 

Nebenbei bewunderte ich die Fähigkeit unsere Maskenbildnerin, mit kurzer Beschreibung der jeweiligen Figur sofort ganz wenige, geeignete Merkmale festzulegen. Das bezog sich sowohl auf den Farbton des Gesichts wie auch auf die Augenbrauen und Lippen. Ich selber musste lernen, mich mit dem „Make up“ W2, einem beigefarbenen Braunton, und schwarzer Fettcreme auf den Lippen zu „verunstalten“. Das sah wirklich verboten aus! Bei anderen wurden rote Lippen (Herr Paglia) ) mit bleicher Farbe kombiniert und Dr. Büttner ging mit rötlichen Augenbrauen auf die Bühne! Aber die Maske erfüllte ihren Zweck. Bekannte erzählten mir nach der Premierenaufführung, sie hätten mich nur an meiner Stimme erkannt!

FriN-Alma-Lilje

Frau im Nachthemd – Alma – Lilje

Die Woche zur Premiere am Freitag, den 19. April, gestaltete sich als wahrer Kraftakt. Durchlaufproben am Vormittag, Hauptproben am späten Nachmittag mit entsprechender Manöverkritik danach – es dauerte, bis wir unsere aus dem engen Probenraum erlernten Wege und Bewegungen zueinander auf die große Bühne übertragen hatten. Ebenso schwierig war die Anpassung der Lautstärke für den großen Saal. Auch das Zusammenspiel zwischen Musik, Geräuschkulisse und sonstiger Technik mit dem Spiel der Darsteller klappte naturgemäß nicht auf Anhieb. Das war harte Arbeit bis zur Generalprobe am Donnerstag!

Paglia-Lilje

Herr Paglia – Frau Lilje

Am Tag davor, am Mittwoch Abend, machte ich mir den Spaß, allerdings mit gutem Appetit gesegnet, in der Wartezeit nach dem Schminken im Theater-Restaurant ein Holsteiner Schnitzel zu essen – natürlich draußen im „Biergarten“. Beim Betreten des Restaurants kündigte ich aber sicherheitshalber an: „Kein Überfall, nur Schminke!“ Ich wollte ja die Kellnerin wegen meines verbotenen Aussehens nicht erschrecken!






Generalprobe

Die Generalprobe war der erste Gesamtdurchlauf der Szenen vor Publikum. Das war für etliche unter uns eine spannende Sache, aber für manche auch etwas mit Herzklopfen. So etwas war ungewohnt! Ich selber war mir gewiss, ohne Lampenfieber zu agieren. Von der Basis eines „bombensicheren“ Texts und der langen beruflichen Gewohnheit, vor Publikum „zu spielen“, konnte ich gelassen hineingehen. Wenn man die vielen Proben als „Tofu futtern“ bezeichnet, dann war die Generalprobe vergleichbar mit „Holsteiner Schnitzel“, aber die Premiere mit „Rumpsteak-Platte“!

Bühne

Große Bühne; vorne: Alma, Dr. Büttner, Paglia, Lilje;
hinten rechts: Frau Schilagi

Bei der Generalprobe waren wohl so um die 40 Leute im Saal, darunter eine Abordnung von einem Gelsenkirchner Amateur-Theater. Die wollten wohl mal abchecken, ob dieses Stück auch etwas für sie wäre. Mit einigem Schmunzeln, aber nur innerlich, bemerkte ich, dass Walter diesen Besuch als so etwas wie eine Herausforderung ansah. Er machte eine Bemerkung so ähnlich wie „denen werden wir mal zeigen, was Regie ist“! Walter aber hat mich gebeten, diese Stelle zu ändern in  „dass ihr nun zeigen könnt, wie attraktives Laientheater auszusehen hat. Das war als animierendes Kompliment an das Ensemble gedacht, denn die Schauspieler stehen im Mittelpunkt, nicht die Regie“.

(Aber ich bin mir sicher, dass Walter das auch als Herausforderung für seine eigenen Arbeit angesehen hat).

Frau i-N

Frau im Nachthemd

Eine Generalprobe darf nicht ohne Missgeschicke ablaufen. Das wäre ein schlechtes Omen für die Premiere! Natürlich ist das Aberglaube, aber nicht der einzige. Klatschen dürfen die Zuschauer auch nicht, auch das ist als Omen schlecht. Und vor der Premiere erschienen sogar der Intendant, Thorsten Weckherlin, und der Dramaturg, Lars Helmer, höchstpersönlich, um uns allen zweimal über die linke Schulter zu spucken! Ich war ziemlich verblüfft, zumal ich selber fast frei von allen diesen „Glückszeichen“ bin. Allerdings können gute Wünsche wirklich nicht schaden, darum mockiere ich mich auch nicht.

Gehalten haben sich die Zuschauer nicht an das Klatschverbot. Dennoch ist eine Katastrophe ausgeblieben! Aber was nützen nicht erfüllte Prophezeiungen gegen Aberglauben, oder vornehmer „alte Rituale“? Vielleicht hat aber uns das eine, kleine Missgeschick in der Apfelszene „gerettet“. Werner/Paglia und Dieter/Dr. Büttner nahmen hinterher dafür die Schuld auf sich – sie hatten einen Anschluss verpasst. Und so war die Szene ein Stück „vorgesprungen“, weil die anderen Teilnehmer einfach weiter gespielt hatten. Den Zuschauern war das garantiert nicht aufgefallen.

Premiere

Nelly-Baum

Nelly – Baumszene

Der Saal ist bei der Premiere fast ausverkauft. Ich konnte von der Bühne jedenfalls keine leeren Plätze mehr erkennen. Es sollten mehr als 700 Zuschauer da sein, hörte ich dann nachher. Und dabei war die ursprüngliche Planung nur von der Besetzung des kleinen Saals in der Kathrin-Türks-Halle ausgegangen. Ich selber war in Hochstimmung, hatte auch prachtvoll geschlafen. Keinerlei Lampenfieber, aber das wusste ich vorher. Denn ich bin Sportler und das heißt: Der Wettkampf ist die Belohnung für das lange, harte Training. Ein Sportler kennt nur „Vorstartfieber“, aber das braucht er, um seine beste Leistung zu bringen.

Die letzten Minuten vor dem Aufzug des Vorhangs verläuft in einer seltsamen, fast mystischen Atmosphäre. Wir sind alle schon auf der teilweise abgedunkelten Bühne und hören das Publikum in unverminderter Lautstärke durch den Vorhang hindurch. Unterhalten können wir uns bestenfalls nur ganz leise, aber das laute Geräusch aus dem Saal macht auch das fast unmöglich. Ich sehe meine Mitspieler auf ihren Plätzen sitzen, meist still und in sich gekehrt. Einigen sieht man an, dass das Bevorstehende an ihren Nerven zehrt.

Ich selber schreite die Bühne auf und ab in dem rhythmischen, gemessenen Schritt, den ich so liebe. Für mich ist das wie ein Meditieren, om mani padme hum – oh du Kleinod in der Lotosblüte! Ich baue dabei Spannung ab, komme von meiner Euphorie etwas herunter und leite um in den Konzentrationsmodus. Und natürlich sehe ich dabei, was in meinen Mitspielern vor sich geht. Ich gehe zu jedem hin, zum „psyching up“, wie wir Sportler das nennen. Das hatte ich mir schon bei der Generalprobe vorgenommen. Ich fasse sie an den Schultern und schaue in ihre Augen: „Das ist unser Tag heute! Dafür haben wir Monate lang trainiert. Genießt jeden Moment! Vertraut auf euer Spiel und das, was ihr gelernt habt! Es wird großartig“! Einige nicken dankbar. Diese Aufmunterung hatten sie gebraucht.

Gruppe

Anfangsszene: Das Kind zwängt sich durch die Mauer der Alten hindurch

Dann blinken die Lichter an der Rückwand der Bühne – es geht gleich los. Wir nehmen die „Startaufstellung“ ein, die vertraute, eng gestellte Personengruppe. Sie gibt uns nun einen festen Halt am Anfang des Spiels. Das Licht dunkelt ab, Nebel zieht durch unserer Gruppe – dann setzt die Musik ein und der Vorhang öffnet sich. Es geht los!

Romeo

Romeo/Röllecke mit Julia/Nelly: Vergebliche Liebesmühe!

Sonny-Goldene Worte

Sonny: Goldene Worte!
Frau Schilagi, die „Rennschnecke“!

Ich habe jede Sekunde der Premiere genossen. Sonny habe ich wohl nie so lustvoll sarkastisch, aber auch mit Power gespielt wie bei der Premiere. In der Rheinischen Post fand ich die Charakterisierung „souverän und cool“. Das pinselt den Bauch! Aber beinahe wäre mir doch im Hochgefühl von Szenenapplaus nach der „Botschaft-Szene“ der Anschluss zur nächsten Szene misslungen. Ich musste eigentlich sofort ein Mikro an Jörg, unseren „Mann mit den Ohrenschützern“ weiter geben mit der Aufforderung „Musik“. Aber das fiel mir erst ein, als Jörg dezent mit den Fingerspitzen auf die Bank trommelte. Wozu hat man Mitspieler, die einen wieder auf die richtige Spur bringen!

Schlussbild

Schlussbild; Fragt mich nicht, was es bedeutet!

Ich glaube, keiner von uns hat mit dem häufigen Szenenapplaus gerechnet. Man spürte, das Publikum war mit Wohlwollen gekommen, um sich unterhalten zu lassen. Es gibt einige Stellen im Stück, wo die Lacher zu erwarten waren. Aber schon der Chefdramaturg hatte bei den ersten Durchlaufproben an den „unmöglichsten“ Stellen gelacht. Auch unser gut gelauntes, dankbares Publikum nahm jede Gelegenheit war, auf unsere Texte und Darstellungen zu reagieren.

Aber es war wohl auch überrascht, welche tolle Show sie da von Laien geboten bekamen. Ich habe nach dem Spiel im Foyer des Theaters, aber auch in den Tagen danach in Dinslakens „freier Wildbahn“ Leute getroffen, die spontan auf mich zugingen und mich auf meine Rolle, meine Mitspieler und das Stück angesprochen haben. „Beeindruckend, mutig, hervorragendes Spiel, man spürte gar nicht, dass dort keine Profis agierten“ und ähnlich lauteten die Kommentare. Und es sei zu spüren gewesen, wie hingebungsvoll und leidenschaftlich wir unsere Figuren dargestellt haben. Zu denen, die mich in meiner Siedlung spontan so lobend angesprochen haben, ich war natürlich mit meiner Mongolenmeute unterwegs, gehörten auch Mitglieder des Fördervereins der Burghofbühne!

 

 

Applaus-Ordnung

Für den Abschluss der Aufführung hatten wir extra eine „Applaus-Ordnung“ eingeübt. Die war aber eigentlich nur für insgesamt zwei Durchläufe geplant. Durchlauf heißt: Wir stehen in zwei „Hälften“ jeweils an den Bühnenseiten, schließen uns dann zur Mitte hin zusammen, zwei Verbeugungen in der Gruppe, wieder zurück zur Seite, kleine Gruppen nach vorne, wieder ganze Reihe nach vorn, dann Einzelverbeugung. Ja, sowas muss man auch für so eine Vorstellung üben! Aber der Applaus war so lang anhaltend, dass wir mit zwei Durchläufen nicht auskamen und dann ins Improvisieren übergehen mussten! Es gibt wahrlich Schlimmeres!

 Danach machte ich mir den Spaß, mich in voller Schminke unter das Publikum im Foyer zu mischen. Außerdem hatte ich richtig Durst auf eine kühle Apfelschorle. Und ich musste ja auch meine vielen Bekannten dort grüßen, mich tüchtig loben lassen, selbstverständlich, und auf diese Weise noch eine ganze Weile diesen Abend genießen. Ein bisschen unverständlich war es für mich, dass von Seiten des LT keine kleine Premierenfeier für die Mitspieler ausgerichtet wurde. In früheren Zeiten war das üblich, ich habe zu Egmont Elschners Zeiten und auch danach an einigen selber teilgenommen. Aber die Zeiten ändern sich eben. Doch wir haben beschlossen, selber eine kleine Feier nachzuholen.

Die Kritiken in der NRZ und der Rheinischen Post fielen außergewöhnlich umfangreich, sachkundig und ausgesprochen gut aus. Mehr kann man nicht verlangen. Eine tolle Zeit ist damit zu Ende.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Lieber Adolf,
zwei Monate sind seit unserer Premiere vergangen. Wo ist die Zeit geblieben?
Beim Durchlesen deines wunderbaren Berichts waren alle Facetten des Theaterstücks wieder sehr present. Ich sehe es auch so, dass wir in der Premiere über uns hinausgewachsen sind. Schade, dass es keine Wiederholung gab. Vielleicht auch gerade gut so. Denn wenn es am Schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören.! Es bleiben für mich herrliche Fotos, Filme, ein Plakat mit allen Unterschriften im“ Ahrenschen“ Flur und lebendige Erinnerungen an eine intensive dichte Probenzeit. Dein Protokoll werde ich ausdrucken um auch in späteren Jahren noch den unterschiedlichen Stimmungen und komplexen Inhalt nachspüren zu können.
Danke, dass du es auf diese wunderbare Weise möglich gemacht hast.
Liebe Grüße
Ursula

Liebe Ursula!

Ja, auch ich lese ab und zu meine eigene Reportage, um mich an dieses Ereignis zu erinnern. Und die Filmaufnahmen deines Mannes von der Generalprobe und die Fotos von Juttas Mann helfen mir dabei, eine der interessantesten Episoden meiner „Laufbahn“ anschaulich zu vergegenwärtigen, damit ich nicht glaube, das sei nur ein Spuk gewesen.
Aber auch wenn es nicht zu einer weiteren Aufführung kommen wird, so können wir doch stolz auf unsere Leistung sein. Es war ein toller Theaterabend!

Adolf

Hallo Sonny,
habe schon oft deinen netten Kommentar gelesen. Heute ist mal wieder so ein Tag.
Ich denke oft und gerne an diese tolle Zeit zurück.Ich habe gerne
– für deine Verwandten das Schlußlied gesungen, -auch wenn du doch nicht sterben wolltest.
Nun ich denke, du bist bei bester Gesundheit
liebe Grüße
Regina

Hallo Regina!

Ja, nach so einer tollen Premiere hätte Sonny ruhigen Herzens das Zeitliche segnen können. Das einzige, was mir nicht gepasst hat: Ich hätte Sonny mit Frau Lilje den Walzer heraus tanzen lassen! Dazu brauchte es nur ein bisschen Probe, dann wäre ein denkwürdiger Walzer heraus gekommen – und mal wieder etwas gegen den Strich!

Ich war bei dem „Kehraus“ der Burghofbühne für diese Spielzeit und habe Walter, Thorsten Weckherlin, Lars Helmer, Lara und Rosa getroffen. Hatte eigentlich gehofft, dass auch sonst wer von euch da ist, na, ja.

Soweit ich Walter verstanden habe, versucht er für die neue Spielzeit noch eine Aufführung zu organisieren. Aber zunächst ist der dabei, ein weiteres Theaterstück in Dinslaken vorzubereiten. Mein Freundeskreis, das Stadtarchiv und das Landestheater sind an diesem Projekt beteiligt. Ich hoffe, dass alles so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben.

Beste Grüße

A.K./Sonny

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