Mongolenmeute

Entspannt Radfahren mit zwei Tibet Terriern

Entspannt Radfahren mit Sammie und Jacko

(Und eine Fotostrecke 1-27  von einer Radtour am 1. Oktober 2013)

 

Ich fahre immer mal wieder gern per Rad mit meinen beiden Tibet Terriern Sammie und Jacko durch unseren Wohnungswald, das Rotbachtal und an der Peripherie unserer Stadt Dinslaken entlang. Zu Fuß sind diese Strecken für mich etwas zu lang, aber meine Hunde lieben das. Mit Sammie, meinem Powerdog und Frontrunner habe ich das schon im ersten Sommer gemacht. Dann kam Jacko dazu und ich habe ausprobiert, ob ich auch mit zwei Hunden am Rad ohne Gefahr unterwegs sein kann. Und das klappt ausgezeichnet und ich genieße inzwischen diese Fahrten ganz entspannt.

Foto 1-1

Radtour am 1. Oktober mit Sammie (schwarz) und Jacko (zobel)
Foto 1: Abfahrt von der Mongolenjurte
Jetzt geht’s los!

 

Darum will ich hier mal das „Know how“ meiner Radtouren zusammen fassen und etliche kleine Tricks verraten, mit denen das auch anderen gelingen kann. Aus der Beschreibung des Umgangs gleich von zwei Hunden mit Rad kann man sich dann auch leicht das „Händeln“ mit nur einem Hund heraus lesen.

 

Foto 2-2

Foto 2: Problematischer Bürgersteig gleich zu Beginn, weil Erzfeind „Rüde“ Benny auf der anderen Seite zu Hause ist. Wenn Benny anschlägt, muss ich Sammie im Zaum halten, damit er nicht die Herausforderung annimmt.

 

 

 

 

Voraussetzungen

Das Rad

 

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Foto 3: Im weißen Haus leben „harmlose“ Shi Tzu! Keine Randalegefahr!

Bevor es an die kleinen Tricks zum Radfahren mit einem oder gar zwei Hunden geht, müssen Voraussetzungen geklärt sein. Man muss schon ziemlich gut Radfahren und vor allem in langsamer Fahrt die Balance halten können, auch einhändig. In langsamer Fahrt ist ein Rad wesentlich instabiler als beim zügigen Rollen. Und man muss auch bei einhändig langsamem Fahren in der Lage sein, nach hinten zu blicken (Idiotencheck, dazu später mehr).

 

Foto 4-4

Foto 4: Schwere Entscheidung! Links geht es zur Nachbarin, die schon mal Leckerchen verteilt; rechts geht es zur Randale mit Benny!

 

Am wichtigsten aber ist das richtige Bremsen! Mein Sportrad ist mit Cantilever-Felgenbremsen ausgestattet. Wenn man an den Bremshebeln einen Tick zu hart zieht, dann packen diese brutal zu! Darum habe ich meine Hebel extra auf „Spiel“ gestellt, sodass die richtige Bremswirkung erst bei halbem Zug eintritt.

 

 

Neuere Räder haben inzwischen Trommelbremsen. Bei denen muss man ganz genau wissen, wie sie beim eigenen Rad die Bremskraft verteilen. Fährt man einhändig, was mit Leine durchaus vorkommen kann, dann darf man nur hinten bremsen. So bleibt das Rad stabil in der Spur. Niemals nur mit der Bremse vorne arbeiten! Da kann man selbst bei geringer Geschwindigkeit über den Lenker gehen. Am besten ist es natürlich, wenn man mit beiden Bremsen gleichzeitig arbeiten kann. Rücktrittbremsen sind bei einhändiger Fahrweise sehr problematisch. Ich vertraue ihnen nicht. Aber das kann auch daran liegen, dass ich seit mindestens 55 Jahren nur mit Felgenbremsen fahre.

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Foto 5: Eindeutig! Heißer Duft!

 

 

Die meisten Räder haben heute viele Gänge. Man sollte aber immer mit den niedrigsten Gängen, also bei kleiner Übersetzung fahren.

 

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Foto 6: Eingang in den Wohnungswald

Jedes Rad mit Verbindungsstange am Rahmen ist gut für die Fahrt mit Hunden geeignet. Man muss aber, die Stange zwischen den Oberschenkeln geklemmt, im Stand auf beiden Seiten fest auf den Füßen stehen können. Das ist ein sehr stabiler Stand, bei dem das Rad an der Verbindungsstange mit den Oberschenkeln gehalten wird und so beide Hände frei sind.

 

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Foto 7: Für Radfahrer wie die Frau voraus ist der „idiotencheck“ nötig! Ohne Warnung von hinten an Hunde heran fahren!
Ansonsten das typische Bild – Sammie als Führhund und Frontrunner, Jacko folgt etwas vesetzt nach innen

Ein Damenrad ist nicht so gut. Da muss man beim Absteigen das Rad mit einer Hand halten. Es gibt aber seit geraumer Zeit niedrige Räder, bei denen man im Sitzen bereits mit beiden Beinen auf den Boden kommt. Solche Räder sind ideal für das Fahren mit Hund.

 

 

 

 

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Foto 8: Hundezeitung an der Pferdekoppel. Ich wette, auch hier hat sich eine heiße Hündin bemerkbar gemacht.

 

 

 

Leine und Hund

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Foto 9: Das Ausscheren beider Wuffs nach links und rechts gehört zu den gefährlichen Momenten beim Fahren auf dem Rad. Da muss man wissen, was von hinten kommt (Idiotencheck). Aber Sammie und Jacko laufen ohne weitere Korrekturen auch hinten durch den schmalen Eingang in das Waldstück hinein.

Ich würde mich niemals trauen, mit einer der üblichen Führleinen mit Hund an der Seite und einhändig Rad zu fahren. Ich habe schon ein paarmal zugesehen, wie Hunde an solchen Führleinen ihre Radfahrer seitlich zum Sturz gebracht haben. Ich aber fahre immer hinter meinen Hunden her! Meine Hunde laufen nicht am Rad, sondern ich folge meinen Hunden mit dem Rad. Und das kann man nur mit der Flexi machen. Meine Hunde bestimmen das Tempo, ich aber bestimme die Richtung.

 

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Foto 10: Noch eine Nase voll heißen Duft in den Wald mitnehmen.

 

 

 

 

 

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Foto 11: Walker sind „einfache Hindernisse, bei denen meist keine Korrekturen an Sammie und Jacko nötig sind.

Ich selber habe in 13 Jahren im Hundesportverein alle möglichen Führleinen kennen und handhaben gelernt. Aber diese Führleinen sind ein Relikt aus den Zeiten, als Hundetraining mit der Ideologie und den Methoden der Kasernenhöfe des deutschen Kommiss` betrieben und die Hunde mit scharfem Ruck an der Führleine in Position gezerrt wurden. Kadavergehorsam galt als Ziel der Ausbildung und es war das höchste der Gefühle, wenn der Hund auf das schneidig gebrüllte Kommando „Fuß“ exakt mit dem Kopf auf Kniehöhe und eine Handbreit daneben lief.

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Foto 12: Sammie und Jacko gehen selbständig spurtreu und weichen so den Walkern aus.

 

Übrigens Hund: In den Hundesportvereinen galt eigentlich nur der Deutsche Schäferhund als wirklicher Hund! Schon die „deutschen Rassen“ Boxer, Rottweiler und Dobermann wurden scheel betrachtet.

 

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Foto 13: Radfahrer sind immer gefährliche Hindernisse. Man muss vorbereitet sein, wenn einer der Hunde zu einer Duftquelle auf der anderen Wegseite wechseln will

Verhaltenspsychologische Hundeausbildung war noch bis weit in die 1990er Jahre in Hundevereinen und unter Hundetrainern ein Fremdwort, manchmal auch ein Schimpfwort. Dort wurde weiter mit Stachelhalsband oder gar Teletakt gearbeitet, wenn der Hund nicht so parierte, wie man das wollte (habe ich alles noch miterlebt.) Diese Einstellung prägt bis heute, bewusst oder unbewusst, die Sichtweise bestimmter Hundeleute auf die am Hund angewendeten „Werkzeuge“. Außerdem wird in den Hundeschulen die Arbeit mit der Flexi oft als Konkurrenz zu ihrer Ausbildung empfunden.

 

Die ersten sportlichen Disziplinen für „Nicht-Schäferhunde“ bzw. „Nicht-Schutzhunde“ sind übrigens erst Mitte der 1970er Jahre eingeführt worden (im Südwestdeutschen Hundesportverband, hier HSV Mühlacker, der heute mit fast 1000 Mitglieder der größte Hundesportverein Deutschlands ist).

 

 

Die Flexi aber ist der Ausdruck eines neuen Denkens über den Hund und sein Zusammenleben mit dem Menschen. Erfunden wurde die Flexi von Dr. Mugford, dem vielleicht in Großbritannien bekanntesten Tierarzt und Tierpsychologen. Er hat mal die Corgis der Queen Mum und der Queen höchst selbst betreut.

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Foto 14: Tibis beim Grasen als Bergschafe!
Wenn meine Hunde stoppen, dann stehe ich mit dem Rad zwischen den Oberschenkeln und freien Händen an den Flexi-Griffen.
Auch wenn das auf der Tour hunderte Male vorkäme.

 

 

Ich verwende eine 7 m-Flexileine. Die ermöglicht es mir, immer weit hinter meinen Hunden zu bleiben. Ich halte stets drei bis vier Meter Abstand und achte streng darauf, dass keiner meiner beiden Wuffs seitlich neben das Rad gerät. So kann ich jederzeit auf das Verhalten meiner Hunde reagieren. Die Länge der Leine lässt mir genügend Reaktionszeit. Bleiben die Wuffs beim Schnüffeln stehen, dann stoppe ich und nehme das Rad zwischen die Beine. So habe ich beide Hände für die Griffe der Flexi frei.

 

 

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Fot 15: Einwirken auf Jacko, damit er dem Jogger nicht vor die Füße läuft.

Meine Tibet Terrier sind für mich beim Radfahren die obere Grenze als Hund. Ich würde niemals einen Labrador mit vielleicht 30 kg Gewicht an der Radleine führen. Ein solch Muskel bepackter Hund könnte mich im „Ernstfall“ auf dem Rad sogar nach vorne hin wegziehen, selbst wenn ich voll in die „Eisen steige“ und mein ganzes Körpergewicht nach hinten verlagere.

 

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Foto 16: Freie Strecke; das Ausscheren beider Wuffs sperrt den gesamten Weg!

 

Zwar bringen auch Sammie und Jacko zusammen etwas mehr als 30 kg auf die Waage. Aber bei beiden wirkt ihre Kraft nie gleichzeitig koordiniert auf das Rad. Darum sind beide auch in überraschenden, schwierigen Situationen noch beherrschbar.

 

 

Idiotencheck

 

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Foto 17: Respektvoller Abstand bei Begegnung mit einem fremden Hund. Ich steige bei jeder Hundebegegnung, ob bekannte oder unbekannte, rechtzeitig vom Rad und stelle es ab, damit ich frei die Leinen fassen kann.

Um solche überraschenden, schwierigen Situationen gar nicht aufkommen zu lassen, muss man vorausschauend fahren. Man muss wissen, was vor einem stattfindet, aber auch, was hinten so abläuft. Dabei entspricht es meiner Erfahrung, dass sowohl bei den Radfahrern wie auch den Hundeleuten ein großer Anteil von Vollpfosten durch die Landschaft kurvt. Oft genug habe ich erlebt, wie Radfahrer von hinten lautlos und in hohem Tempo an mich heran fahren und vorbei witschen. Gerade habe ich noch über die Schulter geschaut, alles frei, und schon sauste einer vorbei, statt sich rechtzeitig mit seiner Klingel bemerkbar zu machen. Wenn einer meiner Wuffs in diesem Moment kurz zur Seite getreten wäre, hätte es ein Unglück gegeben.

 

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Foto 18: Absteigen vom Rad und Trinkpause am Rotbach!

 

Aber wie doof auch Hundehalter sind, habe ich gerade beim Mantrailing erlebt. Ich gehe mit Sammie an einer auffälligen Führleine auf Trail kurz an einer Straße entlang, hinter mir ein Pulk von Begleitern. Prompt kommt mir ein Ehepaar mit einem frei laufenden Hund entgegen, der sich straks auf Sammie zu bewegt. Statt ihren Hund zu rufen und selber an die Leine zu nehmen, schauten die Eheleute lediglich interessiert (oder auch gleichgültig?) zu.

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Foto 19: Auch beim Stopp bleibe ich immer möglichst weit hinter den Hunden und halte die Griffe der Flexi frei in den Händen.

 

 

Die Wuffs, der andere wohl auch ein Rüde wie Sammie, umkreisten sich einmal und ich war schon auf Randale gefasst, aber die blieb GsD aus. Der andere Hund machte sich wieder davon. Aber Sammie war nun erheblich von der Spur abgelenkt und musste sich erst mal mit Machogehabe, markieren und scharren, von der Anspannung der Begegnung abreagieren. Natürlich hat er dabei die Spur verloren. Aber er holte sie sich dann doch wieder.

 

 

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Foto 20: Überqueren einer Straße: Absteigen vom Rad, bremsen mit Stopp-Knöpfen an den Flexi-Griffen, Kommando „steh“, arretieren beider Leinen auf kurze Distanz, dann das Kommando „geh“!

Begegne ich also auf dem Rad anderen Hunden, so steige ich immer rechtzeitig ab und stelle das Rad auf den Ständer. Ich fahre nie mit meinen Hunden an anderen Hunden vorbei oder lasse andere Hunde an mir vorbei fahren, wenn ich auf dem Rad sitze. Das ist mir viel zu riskant. Zu Fuß kann ich nun beide Flexi-Leinen kontrollieren und sehen, ob ein Kontakt mit den anderen Hunden sinnvoll ist.

 

 

Meine Tricks (Fototour geht hinter den Tricks weiter)

 

 

Für ein entspanntes Fahren mit dem Hund reichen die o.g. Maßnahmen noch nicht aus, denn das Geheimnis liegt im Detail. Ich hatte 10 Jahre Zeit, solche Details zu lernen. Denn in diesen 10 Jahren habe ich gleich vier Tibet Terrier, meine Amdo-Meute mit Annie, Terry, Blacky und Sin-Da, gleichzeitig an vier einzelnen Flexi-Leinen, natürlich zu Fuß, geführt, damit jeder eine ca. 5 m weite Bewegungsfreiheit bekam! Das ist nur mit den Flexi-Leinen möglich.

 

 

Aber: Zwei Flexi kann man leicht bedienen. Drei, das geht noch. Nach langer Übung fällt mir auch die Handhabung mit drei Flexi-Leinen ziemlich leicht. Aber vier Flexi gleichzeitig, das ist fast unmöglich, auch nicht nach langer Übung. Wer das Gegenteil behauptet, soll mir das mal mit vier Tibetern vormachen. Man erreicht das nur mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Trick – (ich habe den noch nie bei anderen Hundeführern gesehen – vielleicht bin ich also der Erfinder) und viel Übung. Das Foto zeigt diesen Trick:

 

 

Radfahren 1-1

10 Jahre lang mit vier Flexi-Leinen vier Tibet Terrier gleichzeitig geführt!

Der Trick mit den Schlaufen

 

Alle vier Flexi-Leinen sind mit Schlaufen versehen. Das ist grundsätzlich eine sehr praktische Sache. Denn will man mal unterwegs seine Schuhe neu binden – o. ä.- dann steckt man die Hände durch die Schlaufen und hat sie so frei. Aber wichtig für das Führen von vier Hunden sind die beiden Flexi-Griffe auf der linken Seite. Ich habe sie einfach mit eine Schlaufe, ein großes Hundehalsband mit Klick-Verschluss, zu einer Einheit verbunden. Jetzt habe ich wieder drei Leinen, und mit denen kann ich – zumindest zu Fuß – gut umgehen.

 

 

Zwei Hunde am Rad

 

Das Prinzip von zwei mit einer Schlaufe verbundenen Flexi-Griffe habe ich auf das Radfahren mit Sammie und Jacko übertragen. Mit dieser Grundtechnik kann ich beide sicher und entspannt führen. Und die folgenden Fotos zeigen die dabei von mir auf Grundsituationen bezogenen Grifftechniken.

 

Übrigens: Ich führe die Radleinen immer mit der linken Hand! Denn mit der Rechten kann ich vor allem bei langsamer Fahrt die Balance auf dem Rad besser halten. Aber wichtiger noch, am rechten Lenkergriff befindet sich der Bremshebel für das Hinterrad. Wenn man einhändig fährt, darf man nie mit der Vorderradbremse arbeiten, sondern nur mit der hinteren. Dabei wird der Lauf und der Bremsvorgang des Rades stabilisiert. Mit der einseitigen Vorderradbremse kann man schon bei geringer Geschwindigkeit über den Lenker gehen, weil die Stützkraft nach vorne reduziert ist.

 

 

Der Schlaufengriff

 

Radfahren 2-2

Mit dem Griff an der Schlaufe werden gekreuzte Leinen entwirrt.

Mit dem Griff an die Schlaufe drehe ich Kreuzungen der beiden Leinen, die nicht ausbleiben können, wieder zurück. Ich schaffe das inzwischen mit einer Hand, so dass ich mit der anderen das Rad sicher führen kann und immer bremsbereit bin.

 

 

Freie Strecke

 

Radfahren 3-3

Tempo-Halterung

Bin ich auf übersichtlicher Strecke ohne Hindernisse unterwegs, lege ich die Flexi-Griffe mit der Schlaufe über den linken Lenkergriff. So kann ich mit beiden Händen stützen und bremsen. In dieser Position kann ich jedes Tempo mitgehen, das meine Wuffs anschlagen.

 

 

„Einfache“ Hindernisse

 

Radfahren 4-4

Mit dem blauen Griff wirke ich auf Sammie, meinem Führhund, ein.

Sehe ich „einfache“ Hindernisse voraus, Jogger, Nordic-Walker, Wanderer, dann greife ich sicherheitshalber an den oberen Griff. Das ist meist der blaue, der mich mit Sammie verbindet. Sammie ist mein Frontrunner und Führhund. Über den Griff kann ich ihn korrigieren, wenn er dabei ist, die Spur zu wechseln.

 

 

In der Regel aber ist das überhaupt nicht nötig. Ich bin mit Sammie schon durch eine Gruppe von 80 Joggern gefahren – und hatte die Zeit und Muße, diese sogar zu zählen. Sammie zog unbeirrbar seine gerade Spur mitten durch die Leute. Mein Schwarzer reagiert am Rad übrigens auf folgende, immer leise gegebenen Kommandos: Links, rechts, geradeaus, Sammie langsam, Sammie warte, Sammie steh‘! Alternativ sind leise Lippenpfiffe, die ihn auf eine Änderung der Richtung aufmerksam machen.

 

 

 

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Der rote Griff führt zu Jacko!

Wenn Sammie spurtreu läuft, dann achte ich vor allem auf Jacko, der meist etwas innen hinter Sammie folgt. Aber auch Jacko, an der roten Leine, ist nicht dumm und läuft nicht auf andere Leute auf.

 

 

Sicheres Führen an Problemstellen

 

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Der Doppelgriff

Auf unübersichtlicher Strecke, an mutmaßlichen Gefahrenpunkten, an Ecken, wo meine Wuffs gerne Enten jagen oder beim Entgegenkommen von Radfahrern, einzeln oder im Pulk, manchmal auch bei Gruppen von Joggern und Nordic-Walkern, überall also, wo ich mit überraschenden Momenten rechnen muss, fasse ich beide Flexi-Griffe gleichzeitig. Dabei erreiche ich mit dem Daumen beide Bremsknöpfe und sogar den Arretierhebel rechts, um auf Sammie und Jacko gleichzeitig und energisch einwirken und unerwünschte Bewegungen und Richtungen verhindern zu können.

 

Die Griffe der 7 m-Flexi-Leinen sind deutlich dicker als die der 5 m-Leinen. Bei denen komme ich mühelos auch noch an den Arretierhebel links heran. Aber auch die 7 m-Griffe habe ich so gut in der Hand, dass ich meine Hunde sicher führen kann.

 

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Foto 21: Idealer Bürgersteig für Rad mit Hunden – an der Siedlung entlang ist für Sammie und Jacko immer interessant.

 

 

Stoppen

 

Ich bin mit meinen Hunde unterwegs, nicht weil ich Radfahren, sondern weil ich die Bedürfnisse meiner Hunde befriedigen will. Darum steige ich sofort vom Rad ab, wenn Sammie und Jacko anhalten, um Duftmarken zu kontrollieren, Gras zu kauen oder anderes vorhaben. Ich steige so ab, dass ich die Radstange zwischen den Beinen halte und beide Hände für die Griffe frei habe. Das halte ich unbeirrt und konsequent durch, auch wenn das auf unserer Tour hunderte Male der Fall sein sollte.

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Foto 22: Da gibt es immer was zu gucken!

 

Sehe ich aber andere Hunde voraus, dann steige ich rechtzeitig ganz ab und stelle das Rad auf den Ständer. Dann werde ich vorübergehend zum Fußgänger mit Flexi. So kann ich je nach Verhältnis der Hunde zueinander auch mal meine beiden kurz ableinen und spielen lassen oder sie bei Begegnung mit „Erzfeinden“, Rüden, die ebenfalls wie Sammie glauben, der Wald gehöre ihnen, einen gebührenden Abstand halten.

 

 

Wald und Straße

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Foto 23: Bei Gegenverkehr geht es ab zur Seite, runter vom Rad, die Leinen fest gestellt und abgewartet.

 

Sammie und Jacko laufen natürlich nicht immer neben- oder hintereinander in der gleichen Spur. Oft genug scheren sie auch auseinander zu verschiedenen Seiten des Weges. Das sind theoretisch die gefährlichsten Momente des Führens am Rad, weil mit den Leinen dann der gesamte Weg blockiert ist. In diesem Moment ist der schnelle Blick nach hinten nötig, selbst wenn ich auch sonst immer wieder nach hinten schaue, um zu sehen, was da kommt.

 

Der größte Teil meiner Touren mit Sammie und Jacko führt über Waldwege. An einigen Stellen aber fahre ich auch an Straßen entlang, hier aber nur auf den Bürgersteigen. Ob das so genau der StVO entspricht, weiß ich nicht. Aber ich bin schon häufig Polizei begegnet, die sich nie daran gestört hat.

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Foto 25:
Kommando: Sammiewarte!

 

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Foto 26:
Kommando: Jackowarte!

Auf den Bürgersteigen fasse ich natürlich sicherheitshalber beide Flexi-Griffe gleichzeitig und bin auch darauf gefasst, dass einer der Wuffs mal ausschert, um eine Duftmarke auf der anderen Straßenseite zu untersuchen. Wenn man so voraus schauend fährt, dann entstehen keine wirklich gefährlichen Situationen. Für mich ist das Radfahren mit meinen Wuffs ein wirklicher Genuss.

 

Tempo auf Rad

In den vergangenen heißen Monaten habe ich zu Fuß Sammie immer einbremsen müssen. Das geschah vor allem, weil Jacko mit Hitze und vor allem Schwüle nicht besonders gut zurecht kommt. Aber auch ich schaffe es nicht, ständig mit meinem Tempobolzer Sammie Schritt zu halten. Der scheint zudem  gegen jede Klimakatastrophe gefeit zu sein.

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Foto 27: Bei Gegenlicht zurück zur Mongolenjurte. Die Straße gehört uns!

Mit der kühlen Witterung und dem Rad aber kann ich sowohl Sammie wie Jacko fast in freiem Tempo laufen lassen. Jacko lebt bei den jetzigen Temperaturen regelrecht auf und hält über den größten Teil der Strecke Sammies Tempo mit. Ja, ich habe den Eindruck, dass sich bei ihm nun auch ein gehöriger Trainingsfortschritt bemerkbar macht. Denn manchmal übernimmt er die Front und macht dabei regelrecht Dampf! Es kann natürlich auch sein, dass ihm der Duft läufiger Hündinnen zusätzlich Beine macht. In jedem Fall aber profitieren wir alle drei vom Fahren mit dem Rad. Die Wuffs können nun fast frei laufen und ich kann meine alten Gelenke schonen.

Ein Nachteil allerdings: Zu Fuß bin ich natürlich wesentlich mehr gefordert. Da ist vor allem Sammie mein „personal Fitness-Trainer“.  Darum werde ich auch immer mal wieder vom Rad absteigen und Strecken zu Fuß ablaufen.

 

 

 

 

 

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