Mongolenmeute

TT-History

Auf dieser Seite werden in unregelmäßigen Abständen Ereignisse aus der Geschichte der Tibet Terrier aufgeführt. Die abgelösten Beiträge finden Sie auf den „Unterseiten“ zu dieser Hauptseite, später im Archiv! Alle Textbeiträge dürfen kopiert werden. Bei den Fotos beachten Sie bitte: Fotos aus dem Bundesarchiv Koblenz dürfen nicht kopiert werden! Fotos vergrößern durch Anklicken! Das Kreuz unten rechts führt zur Seite zurück!  Man kann zu diesem Beitrag Kommentare schreiben! Auf die Seite „Aktuelles“ gehen – unten findet sich die Kommentarfunktion!

 

 

In der  „History-Serie“ sind bisher zwei Beiträge eingestellt. Zuerst „NS-Rassewahn und Tibetische Hunde“, dahinter „Neues über die frühen tibetischen Hunde in Deutschland“.

NS-Rassewahn und Tibetische Hunde

Schäfer-Tibet-Expedition

Es gibt einen bizarr anmutenden Verknüpfungspunkt zwischen dem Rassenwahn der Nazis und unseren tibetischen Hunden. Ich wurde einst durch einen Bericht von Frau Weber, maßgebliches Gründungsmitglied des KTR, aufmerksam. Aber auch durch Informationen von Herrn Strößner, dem ersten Vorsitzenden des KTR, wurde ich nachhaltig auf die „Ernst Schäfer Tibetexpedition“ hingewiesen. Und von Frau Grünwald/Greenwood, Do Khyi Züchterin in Kanada, habe ich sogar ausgewählte Fotos mit tibetischen Hunden von E. Schäfer zugesendet bekommen.

Bundesarchiv 1:Hunde mit Krähen

Bundesarchiv 1:
Hunde mit Krähen

Inzwischen habe ich Auszüge aus dem Expeditionsfilm gesehen und fast 1000 Fotos von Ernst Schäfer gesichtet, die sich im Bundesarchiv in Koblenz befinden. Außerdem habe ich weitere Recherchen getätigt. Auf all diesen Informationen beruht der nachfolgende Bericht. Er mag manchen Lesern als „unglaublich“ erscheinen – aber alles daran ist wahr!

Die dabei gezeigten Fotos von der Schäfer-Tibet-Expedition stammen aus dem Bundesarchiv in Koblenz, die ich von dort herunter geladen habe – unentgeltlich! Nun aber zu meiner Darstellung.

Bundesarchiv 2:Do Khyi = angebundener Hund (in Lhasa)

Bundesarchiv 2:
Do Khyi = angebundener Hund (in Lhasa)

 

 

Herrenrasse

Den meisten Lesern dürfte auch heute noch bekannt sein: Die Nazis erklärten in ihrem „3. Reich“ die Deutschen zu einem Teilvolk der „Arier“ und damit zur „Herrenrasse“, die mit dem „Privileg“ ausgestattet sei, andere „minderwertige“ Rassen zu unterwerfen, auszubeuten und „auszumerzen“. Zu diesen „minderwertigen“ Rassen zählten die Nazis nicht nur die Juden oder Zigeuner, sondern auch die „Slawen“ und damit unter anderem die Russen. Russen wurden vor allem in der Kriegspropaganda geradezu als Untermenschen präsentiert.

Und was heute Viele nicht mehr wissen: Das „Unternehmen Barbarossa“, der von Hitler befohlene Russlandfeldzug, hatte klar definierte Kriegsziele vor Augen. Es sollten weite Teile des europäischen Russlands besetzt und die dort befindlichen Ressourcen ausgebeutet werden. Das eroberte Land sollte dann von der dort lebenden Bevölkerung „freigeräumt“ und an deutsche Siedler vergeben werden.

Geplanter Massenmord

In den zu erobernden Gebieten lebten etwa 30 Millionen Menschen, vor allem Russen, aber auch Ukrainer, Weißrussen und andere. „Freiräumen“ hieß hier schlicht: Wer nicht durch Kriegseinwirkung getötet wurde, sollte durch systematisches Aushungern und durch Krankheiten umgebracht werden. Verbleibende kleine Reste wurden für einen Sklaven ähnlichen Zustand im Dienste möglicher deutscher Kolonisten eingeplant. Per Fazit also: Fast 30 Millionen Menschen sollten schlicht ermordet werden!

Diese Kriegsziele waren selbstverständlich dem deutschen Generalstab, der den Feldzug ausarbeitete, bekannt und wurden in die Operationen der Streitkräfte eingeplant! Ich schreibe das hier nur deswegen so ausführlich, damit Sie nicht meinen, diese Geschichte mit den „Ariern“ sei eine alberne Spielerei. Nein, es war blutiger, massenmörderischer Ernst!

SS-Himmlers Atlanter!

Wie aber kamen die Nazis zu dieser Geschichte mit den Ariern als „Herrenrasse“? SS-Himmler, der Chef des NS-Massenmörder-Kartells, glaubte wie viele Nazis fest daran, einst sei das außerirdische Volk der „Atlanter“ auf der Erde gelandet, und zwar auf dem Hochland von Tibet! Von diesen Atlantern sei dann irgendwann eine Gruppe nach Norden ausgewandert. Und das seien dann die Arier. („Arier“ heißt eigentlich „die Guten, die Edlen, also Adelige – aber diese Bezeichnung kommt nur vereinzelt im Iranischen und Alt-Indischen vor). Die Deutschen, aber auch etwa die Engländer, natürlich erst recht die Wikinger-Nachkommen und einige andere mehr, könne man dann, so die Nazi-Ideologie, als Nachfahren dieser Arier „messtechnisch“, durch Vermessung der Körpermaße also, bestimmen. (In Pakistan, Afghanistan, aber auch in Indien rechnen sich übrigens auch heute immer noch einige Bevölkerungsschichten zu den „Ariern“ – und halten sich für etwas Besseres als die „Nicht-Arier“.)

Bundesarchiv 2:Mönch mit Hund,Lhasa, in und um den Stadttempel

Bundesarchiv 2:
Mönch mit Hund,
Lhasa, in und um den Stadttempel

Den „Außerirdischen“, den Atlantern, und damit auch den „Ariern“, wurde ihrer vermeintlich „außerirdischen Herkunft“ wegen von den Nazis eine allen anderen menschlichen Rassen überlegene Kulturfähigkeit zugesprochen, fast so etwas wie den „göttlichen“ Funken. Und weil Himmler wirklich an diese Atlantergeschichte glaubte, finanzierten er und die SS-Organisation „Ahnenerbe“ eine vom „Zoologen“(!) Ernst Schäfer geführte Expedition nach Tibet, 1938/39, die neben anderen Zielen auch die Reste „ur-arischer“ Bevölkerung, also der Atlanter, auffinden sollte.

 

Einschub: Aus weiteren Quellen zu Dr. Schäfer geht hervor, dass seine Expedition nicht direkt von Himmler und SS-Ahnenerbe finanziert worden ist, sondern mehr oder weniger über „Sponsoren“. Ich gehe aber davon aus, dass ohne Himmler es auch keine Sponsoren gegeben hat.

 

Aus dem Expeditionsfilm habe ich Szenen in Erinnerung, in denen der „Zoologe“ Schäfer mit den diversen Messinstrumenten des NS-Rassewahns tibetische Einheimische vermisst. Diese waren natürlich weit entfernt von allem, was die Rassen-Ideologie der Nazis als äußeres Erscheinungsbild des Ariers definierte.

(Dabei fällt mir immer folgender Witz ein: „Blond und blauäugig wie Hitler, schlank wie Göring, schnell wie Goebbels“! Ich bin mir sicher, dass heute kaum noch einer diesen Witz versteht, und das ist gut so. Aber dieser Witz konnte in der NS-Zeit tödlich sein.)

Nur tibetische Hunde, keine Arier!

Atlanter/Arier hat Ernst Schäfer nicht finden können. Von dem, was er statt dessen mitgebracht hat, interessieren mich eigentlich nur die 1000 Fotos. Auf acht von ihnen finden sich tibetische Hunde, meist Do-Khyi-Typen, leider keine Tibet Terrier. Aber genau diese Tibet Terrier, mindestens 5 an der Zahl, brachte Schäfer leibhaftig mit nach Deutschland. Und diese landeten im Kölner Zoo. Hier aber sind wir schon nahe an der deutschen Rassegeschichte des Tibet Terriers.

Bundesarchiv 4:Tibetischer Hund! Vom Kopf mutmaßlich ein Do Khyi

Bundesarchiv 4:
Tibetischer Hund! Vom Kopf mutmaßlich ein Do Khyi

Denn fast zeitgleich hatte Frau Erika Bruns, Berlin, aus dem TT-Bestand von Frau Dr. Greig in England zwei gedeckte Hündinnen, Zosmi und Loki „of Ladkok“ importiert. Doch die Einfuhr eines avisierten und dringend notwendigen Rüden scheiterte zuerst an Devisenproblemen, dann am Ausbruch des 2. Weltkriegs. Zwar kann Frau Bruns in den Kriegsjahren einen aus Italien stammenden Apso-Rüden, Dyck, erwerben. Aber mit nur einem Rüden lässt sich eine Zucht nur über Inzucht, sogar Inzestverbindungen entwickeln.

Aber eigentlich gibt es in Deutschland zu dieser Zeit genug TT-Rüden, nämlich die von Schäfer mitgebrachten und im Kölner Zoo untergebrachten Hunde. Aber der Zoodirektor, Dr. Zahn, weigerte sich hartnäckig, seine Rüden Frau Bruns zum Decken zur Verfügung zu stellen. Wir können die Motive des Zoodirektors für diese Weigerung heute nicht mehr nachvollziehen. Ich spekuliere deswegen, der Zoodirektor wollte seine exotischen Raritäten nicht für eine „banale“ Haushundezucht herab gewürdigt sehen.

Tragische Entwicklung

Aber die Geschichte endet tragisch. Beim Großangriff auf Köln kommen nicht nur etliche Zootiere, sondern auch der Zoodirektor und alle Tibet Terrier ums Leben, ohne Nachwuchs zu hinterlassen. Genauso schrecklich trifft es Frau Bruns. Bei der Einnahme Berlins durch russische Truppen wird sie zusammen mit ihren Hunden erschossen.

 

Einschub: Möglicherweise muss die Geschichte um die insgesamt 18 tibetischen Hunde der Schäfer-Expedition, die im Kölner Zoo Aufnahme fanden, neu geschrieben werden. Im Kontakt zu slowenischen Züchtern, dem Kölner Zooarchivar und der Deutschen National-Bibliothek konnte ich Spuren dieser Hunde auch nach dem Krieg wieder aufnehmen. In Kürze werde ich die Geschichte der tibetischen Hunde in Deutschland neu formulieren können – platziert unter „Aktuelles“. Danach werden die betreffenden Passagen in diesem Beitrag umgearbeitet.

Bundesarchiv 5:Wird als "weißer Mastiff" angegeben. Sieht mir aber eher nach Prä-Apso aus

Bundesarchiv 5:
Wird als „weißer Mastiff“ angegeben. Sieht mir aber eher nach Prä-Apso aus

 

 

Es gibt hier aber noch eine erstaunliche Wendung. Nach dem Krieg wurde die deutsche TT-Zucht durch einen „Outcross“, dem von einem ukrainischen Offizier zur Verfügung gestellten R’Apso, am Leben erhalten.

Der Eisenmann: Vaisravana!

Übrigens: Das einzige Außerirdische, das Ernst Schäfer aus Tibet mitgebracht hat, ist der „Eisenmann“ . Dabei handelt es sich um eine 24 cm große Statue, geschnitzt aus dem Eisenmaterial des „Chinga-Meteoriten“.  Von diesem Meteoriten  wurden erstmals im Jahr 1913 Bruchstücke am Chinga-Fluss in der sibirischen Tanna-Tuva-Region gefunden. Bis heute wurden insgesamt 350 kg Bruchstücke zusammen getragen. Chemische Zusammensetzung: 83 % Eisen; 16,4 % Nickel; 0,181 ppm Gallium; 0,082 ppm Germanium; 3,6 ppm Iridium.(Wikipedia)

(Leider bin ich da an kein Foto des „Eisenmannes“ heran gekommen). Ein weltweit einzigartiges Stück! Vermutungen von Kunstexperten lauteten, die Statue könne vor etwa tausend Jahren im Grenzgebiet von Sibirien und der Mongolei oder in Tibet entstanden sein und stamme aus der ursprünglichen Bön-Kultur in Tibet. (Wobei ich mich frage, wieso man eine Figur aus dem buddhistischen Pantheon in die Bön-Kultur verfrachtet hat).

Der Meteorit ist vor mehr als 10 000 Jahren zerplatzt. Die Schmelze beim Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre hat seinen Eisenanteil dabei fast so hart werden lassen wie modernen Industriestahl. (Ich frage mich erneut ernsthaft, mit welchen Werkzeugen die Tibeter diese „Schnitzerei“ hinbekommen haben.)

Die Statue verkörpert Vaisravana, den „nördlichen Himmelskönig“, der als Patron der Krieger und Hort der Gerechtigkeit gilt. Vaisravana ist eine Figur aus dem buddhistisch-tibetischen Pantheon. Der Name verrät die Herkunft aus der altindischen Sprache, dem Sanskrit.

Es ist aber reiner Zufall, dass ich Jacko, meinen zobelfarbenen Tibet Terrier, Vaijshravana genannt habe. Ich kann versichern, dass er nicht als Wiedergeburt etwa eines Atlanters in die Welt gekommen ist.

Fälschung

Doch der neuste Stand der Forschung am „Eisenmann“ könnte die ganze Geschichte zumindest kunsthistorisch entzaubern. Buddhismusforscher und Historiker bezweifeln inzwischen, dass der Vaisravana von der Schäfer-Expedition nach Deutschland gebracht worden sei. Die Figur taucht auch nicht in den ansonsten akribisch geführten Inventarlisten Schäfers auf. Vielmehr könnte ein „rohes“ Stück Chinga-Meteoriteisen zwischen 1910 und 1970 nach Deutschland gelangt und dort für „Nazi-Memorabilien“ bearbeitet und dem Ereignis der Schäfer-Expedition „untergejubelt“ worden sein. (Spiegel online, 22.10.2012)

Wenn das wirklich so ist, dann gehört der „Eisenmann“ nur in ein Naturkunde-Museum, nicht in ein Kunst-Museum. Und meine Skepsis mit der Frage, welche Werkzeuge die Tibeter beim „Schnitzen“ dieses „Naturstahl-Stücks“ verwendet haben mögen, war berechtigt.

 

Fotonachweis Bundesarchiv Koblenz:

Bundesarchiv 1:  135-S-07-16-33; Bundesarchiv 2: 135-S-12-42-15; Bundesarchiv 3: 135-S-13-24-11;

Bundesarchiv 4: 135-S-15-41-02; Bundesarchiv 5: 135-S-15-41-34

 

 

 

Neues über die frühen tibetischen Hunde in Deutschland

(Die drei „Fotos“ sind Kopien aus dem German sighthound book, die mir von Primoz Peer zur Verfügung gestellt worden sind)

 

Als in den Jahren 1966/67 der Internationale Klub für Tibetische Hunderassen (KTR) gegründet wurde, gab es schon seit 28 Jahren tibetische Hunde verschiedenster Rassen in Deutschland – was viele heute gar nicht mehr wissen. Unsere Tibet Terrier waren dabei keineswegs die einzige tibetische Hunderasse, sondern auch mit Do Khyi (Tibet Mastiff/Tibet Dogge), Tibetischen Hetzhunden (Sha Khyi) und wohl auch Lhasa Terrier (Lhasa Apso) wurden Zuchtversuche unternommen. Und von allen tibetischen Hunderassen hatten ausgerechnet die Tibet Terrier die schlechtesten Zuchtvoraussetzungen und taumelten von einer Krise in die nächste. Dass aber der TT nun die einzige Rasse ist, die die 28 Jahre bis zur Gründung des KTR überstanden hat, ist fast schon ein Wunder zu nennen.

 

Über diese frühen Jahre ist nur wenig bekannt und was wir wissen, das haben wir meist von Frau Weber. Diese Züchterin war die treibende Kraft hinter dem Widerstand gegen das falsche Richten der Tibet Terrier durch den Klub für Terrier (KFT, vor dem 2. WW „Klub für Rauhhaarige Terrier“), in dem die Tibet Terrier in Deutschland von Anfang an geführt wurden, und gegen die Anerkennung und Registrierung von „Pseudo-TT“ (so Frau Weber), von denen die gesamte Zucht tibetischer Hunde nach 1945 bedroht war. Frau Weber gelang es schließlich eine hauchdünne Mehrheit im KFT für die Gründung eines eigenständigen Rassehundklubs für tibetische Hunde zu erreichen. Und es war auch Frau Weber, die mit Heinrich Harrer einen berühmten, aber auch umstrittenen Mann als Ehrenvorsitzenden für den KTR gewinnen konnte.

 

Heinrich Harrer, Österreicher, war einst Hitlers Lieblingsbergsteiger, sogar NS-Sturmbannführer, ein unausstehliches Ekel, wie er sich selber in rückblickender Betrachtung beschreibt, aber seit seiner Zeit in Tibet (Buch und Film: Sieben Jahre in Tibet) auch der geläuterte Lehrer und Lebensfreund des gegenwärtigen Dalai Lama.

 

Bisher bekannte frühe Geschichte tibetischer Hunde

Von Frau Weber also erfahren die Mitglieder des 1966/67 neu gegründeten KTR nach und nach die wichtigsten Entwicklungen der tibetischen Hunde in den 28 Jahren vor dem KTR. In Kurzform die bisher bekannte Fassung: Im Jahr 1939 erreichten gleich zwei Gruppen tibetischer Hunde aus „unterschiedlichen Richtungen“ Deutschland. Zwei gedeckte Lamleh-Hündinnen werden von Frau Dr. Greig nach Berlin zu Frau Bruns geschickt, Kennel „von Tiergartenbrück“. Gleichzeitig erreicht eine größere Gruppe tibetischer Hunde den Kölner Zoo, darunter nach Urteil von Frau Weber auch Tibet Terrier, mitgebracht durch die Schäfer-SS-Tibet-Expedition.

 

Bedingt durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs fehlt der Zucht von Frau Bruns ein Rüde zum decken. Den könnte sie vom Kölner Zoo bekommen, so Frau Weber, aber der Direktor weigert sich. Aus der Not heraus wird dann der übergroße italienische Apso Dyck heran gezogen, mit problematischen Folgen für die Nachzucht. Und der Krieg greift mit Schrecken in das Schicksal der tibetischen Hunde ein. Im Kölner Zoo sterben alle, dazu der Zoodirektor bei einem Bombenangriff. Frau Bruns mit samt ihrer Hunde wird von russischen Soldaten erschossen.

 

Frau Täuber, Kennel vom Potala, setzt nach dem Krieg die Zucht mit Hunden von Frau Bruns fort. Aber nur mit dem ukrainischen Outcross „R’Apso“ kann die deutsche TT-Zucht am Leben erhalten werden. Schließlich tritt auch Frau Weber in das Zuchtgeschehen mit Nachkommen des Weltsiegers „Dschowo vom Potala“ ein, z.B. Faruk von dem Musenberg, ebenfalls Weltsieger. Dann beginnt 1966 die bekannte Geschichte der TT-Zucht im KTR. Dass es auch in der DDR eine kleine TT-Zucht gibt, erfährt man nebenbei.

 

Soweit sind uns die wichtigsten Fakten über die 28 Jahre vor dem KTR durch Frau Weber bekannt gemacht worden. Ich habe diese Angaben in beiden Büchern über den TT in großen Zügen eingebracht. Bis heute ist die Darstellung Frau Webers unwidersprochen. Sie ist Teil der Zuchtgeschichte des TT geworden. Aber: Zwar sind einige wichtige Fakten wahr und richtig und die grobe Linie der TT-Zucht in Deutschland bleibt unangetastet, aber andere Vorgänge sind schlichtweg falsch oder erheblich vielschichtiger, als Frau Weber bekannt war!

 

Alpha-Züchterinnen

Frau Weber ist zweifellos eine der dominanten Persönlichkeiten vor und nach der Gründung des KTR, sagen wir mal: Eine Alpha-Züchterin! Aber unter den frühen TT-Züchtern und dann im KTR gibt es damals noch eine andere Alpha, nämlich Frau Mary Täuber. Sie ist die erste Hauptzuchtwartin des KTR und sie hätte Frau Webers Darstellung korrigieren können, denn sie wusste es in einigen Dingen besser. Aber sie hat es nicht getan! Warum nicht? Dieser Frage gehe ich noch später nach.

 

Gleich zwei Alpha-Frauen im KTR, und wo bleibt der Vorsitzende? Der erste Vorsitzende, Herr Strößner, verriet mir schmunzelnd und mit Augenzwinkern, dass er eigentlich nur ein „Strohmann“ gewesen sei. Selber sei er nie Züchter gewesen, aber man sei auf ihn gekommen, um den Vorsitz durch einen anderen Züchter zu verhindern. Diese erste „Strohmannlösung“ für den Klub ist nicht die letzte geblieben – aber nie hat sie der Zucht Vorteile gebracht.

 

Es war aber eine Anfrage von Primoz Peer, Kennel Rombon, Slowenien, auf der Suche nach Fotos der tibetischen Hunde aus dem Kölner Zoo, die mich zu einer neuen Rekonstruktion der Geschichte tibetischer Hunde in Deutschland veranlasst hat. Primoz machte deutlich, dass auch nach dem 2.WW mit diesen Hunden gezüchtet worden sei. Wie das? Die sind doch alle in Bombenangriffen umgekommen! Nein, so Primoz Peer, und er schickte mir Auszüge aus dem „German sighthound stud book“, Ausgaben 1944-46 und 1947-49: „… they clearly shows Sha-Khyi litters were bred AND registered in Germany after 1945“.

Shakyi Kum

Auszug aus dem German sighthound book mit Ausführungen zu Tibet und dem Sha-Khyi Kum

Sha-Khyi, Tibetische Hetzhunde, wie sie in Deutschland genannt werden, wurden samt ihre Nachzucht offenbar nach dem Krieg ganz offiziell registriert.

 

Also setzte ich mich auf die neue Spur!

Die Hunde von der Dr. Schäfer SS-Tibet-Expedition

 

Im Eingangsbuch des Kölner Zoos wird zwischen dem 1.-3. August 1939 die Aufnahme von 18 tibetischen Hunden, darunter „vier kleine“, von der Dr. Schäfer-SS-Tibet-Expedition dokumentiert, mehr nicht. Aber es gibt einen Zeitungsartikel vom 2.8.1939 in der „Kölnischen Volkszeitung“, der mir von der Deutschen National-Bibliothek heraus gesucht und zugesendet worden ist. Danach wurden am 1. August 1939 insgesamt 30 tibetische Tiere von der „Schäfer SS-Tibet-Expedition“ im Kölner Zoo aufgenommen: 5 Katzen (zwei Rassen), zwei Füchse (ein Paar), zwei Vielfraße (ein Paar), zwei Kolkraben (ein Paar) und 18 Hunde.

Bei den Hunden werden vier Tibet Mastiff, auch Tibet Dogge genannt, – heute Do Khyi –, aufgelistet, zwei Rüden und zwei Hündinnen. Dann finden sich insgesamt neun Tibetische Hetzhunde, also Jagdhunde, die wir heute aber unter dem Namen Sha Khyi einordnen. Ein Lhasa Spitz wird aufgeführt, der mit den Sha Khyi in einer Box angeliefert wird. Der Lhasa Spitz gehört offenkundig zu den mittelgroßen Hunden. Und es finden sich insgesamt vier Lhasa Terrier, ein Rüde und drei Hündinnen. Nicht in der Aufnahmeliste des Zoos erwähnt sind vier Jungtiere der Lhasa Terrier, die während der Schiffspassage von Kalkutta nach Deutschland geboren wurden.

 

Die Lhasa Terrier werden im Artikel Kölnischen Volkszeitung mit den Pekinesen verglichen, aber sie „sind um einiges größer und haben nicht die jenen eigene eingedrückte und überzüchtet wirkende Nase.“ Frau Weber hat offenbar später diese „vier kleinen Lhasa Terrier “ als Tibet Terrier eingestuft. Nach welcher Quelle, das ist unbekannt. Ich bezweifle, dass sie diese Hunde persönlich gesehen hat. Ich aber glaube nach dieser Beschreibung im Zeitungsartikel, dass es sich in Wirklichkeit um Lhasa Apso gehandelt hat.

 

Zuchtexperiment

Eigentlich hätte man im Jahr 1939 die Unterscheidung zwischen Lhasa Apso und Tibet Terrier schon sehr gut treffen können, denn seit 1934 gab es bereits getrennte Standards durch die „Gesellschaft für Tibetische Hunderassen“ in England. Die Bezeichnung Lhasa Terrier stammt aus alten Zeiten, als man es mit der Bezeichnung der tibetischen Hunde nicht so genau nahm oder es nicht besser wusste und mal Tibet Terrier, mal Lhasa Apso meinte. Manchmal erschien sogar der Name Bhutan Terrier, auch unspezifisch.

 

Aber trotz der inzwischen getrennten Standards war Frau Täuber selbst noch Anfangs der 1970er Jahre überzeugt, Lhasa Apso seien auch Tibet Terrier, nur ein anderer Schlag.

 

Als Frau Weber, schon im KTR, aus französischen Quellen einen Lhasa namens Annapurna D’Jetti erhielt, regte Frau Täuber ein Zuchtexperiment an. Jetti wurde von einem TT-Rüden gedeckt. Aber das Ergebnis wuchs sich mit der Zeit zu einer „Katastrophe“ aus. In der Nachzucht entwickelten sich Tibet Terrier, aber auch Lhasa Apso. Damit war der Rassenunterschied bewiesen. Aber die Käufer der Welpen, die sich schließlich als Lhasa herausstellten, fühlten sich wohl betrogen, weil sie mit Lhasa keine TT-Zucht betreiben konnten – oder irrtümlich mit ihren Lhasa weitere TT gedeckt hatten. Es gab also böses Blut – und plötzlich wollte Frau Täuber nicht mehr Auftraggeber des Zuchtversuchs gewesen sein.

 

Der Ärger blieb also an Frau Weber hängen und verhinderte lange Jahre, dass sie als Hauptmotor der Gründung des KTR die Anerkennung bekam, die sie eigentlich verdient hatte. Herr Strößner, der erste Vorsitzende, ließ mir gegenüber keinen Zweifel darüber, was er von Frau Täuber gehalten hatte. Denn er konnte mir Beweise dafür aufführen, dass Frau Täuber tatsächlich die Auftraggeberin des missratenen Zuchtversuchs war. Noch im Jahr 2005 versuchte Herr Strößner, für Frau Weber posthum die Ehrenmitgliedschaft des KTR zu erreichen (ich musste ihm aber sagen, dass ich eine solche Absicht für aussichtslos hielt).

 

Tod der tibetischen Hunde im Bombenhagel?

Über das Schicksal der tibetischen Hunde im Zoo Köln ist aus dem Zooarchiv nichts Genaues zu erfahren. Frau Weber behauptet, alle Hunde und auch der Zoodirektor, der den Deckrüden für Frau Bruns verweigert hatte, seien im Bombenhagel umgekommen. Auch der Zoo-Archivar geht zunächst davon aus, dass die Hunde den Krieg nicht überlebt haben. Aber der Zoodirektor, Dr. Zahn, der als Freund des Expeditionsleiters der SS-Tibet-Expedition bekannt war, das konnte er mir sagen, sei nicht umgekommen, sondern erst in den 1950er Jahren gestorben.

 

Dann aber erscheint im „German Sighthound Jahrbuch 1944-46 und 47-49“ plötzlich eine Liste von insgesamt 28(!) dort registrierten „Tibet-Hetzhunden“, die wir heute Sha-Khyi nennen. Drei dieser Hunde, Kum, Herta, Lore, werden ausdrücklich als Tibetimporte gekennzeichnet. Sie stammen also von der Schäfer-SS-Tibet-Expedition, da gibt es keine Alternative.

 

Zwei weitere werden als Nachgeburten im damals privaten Tiergarten Stuttgart (Wilhelma) ausgewiesen, Die „Hetzhunde“Nr. 6 – 28 sind dann bereits als „in privater Hand“ bezeichnet (z.B. Dyava „vom Potala“, Wurftag 24.2.1945, und Bhilri „vom Potala“, Wurftag 12.2.1946). Und damit ist klar: die „private Hand“ war Mary Täuber, Kennel „vom Potala“, in Bad Salza, 20 Jahre später die Hauptzuchtwartin des KTR und Rivalin von Frau Weber!

 

So lässt sich erkennen, dass spätestens bis Anfang 1943, wahrscheinlich aber viel früher, etliche tibetische Hunde von Köln in den Tiergarten Stuttgart, damals ein Privatunternehmen, verbracht worden sind. Von da aber wurden wohl alle noch lebenden tibetischen Hunde entweder im Jahr 1943 oder spätestens 1944 in private Hand abgegeben, also von Frau Täuber übernommen.

 

NS-Rasselehre auch für Hunde

Frau Täuber wird als eine Züchterin bezeichnet, die ihr Interesse den „Urrassen“ gewidmet hat, die einem „geheimnisvollen Urquell entstammen, dem sagenhaften Tibet!“ Und man sieht, dass die „völkische Diktion“, die unter den Nazis üblich war, bis in die Nachkriegszeit gebräuchlich war. Ich darf daran erinnern, dass einer der Auftraggeber der „Schäfer-SS-Tibet-Expedition“, der SS-Chef und Massenmörder Himmler, fest daran glaubte, dass einst die außerirdische Rasse der Atlanter, von denen angeblich die „Arier“ abstammten, in Tibet gelandet seien. Und da müssten sie natürlich auch ihre Hunde mitgebracht haben! Man könnte also überspitzt sagen: Frau Täuber spürte den Urhunden der Atlanter und damit der „arischen Herrenrasse“ hinterher. Eine Rasselehre im Aufbau sozusagen, die sich nicht nur auf „Herrenrasse“ und „Untermenschen“, sondern auch auf ihre Hunde richtete!

 

Sha-Khyi und mehr

Im German Sighthound book werden hier nur die „mittelgroßen“ tibetischen Hunde Typ Sha-Khyi aufgelistet, weil hier nur „Sighthounds“, also auf Sicht hetzende Hunde registriert sind. Aber wo sind die anderen Hunde aus der Schar der 18 geblieben? Ganz nebenher erwähnt das „Sighthoundbook“ noch Tibet Terrier, Chow Chow und Afghanen im Kennel „vom Potala“!

Kum und Dak-a

Der Rüde Kum, Stammvater der Sha-Khyi in Deutschland, mit seinem ersten Sohn Dak. Kum wurde im Kloster Kum Bum geboren, daher der Name. Auf dem Foto ist Kum ca. 9 Jahre alt. Kopie aus dem German sighthound book. Auf der Nebenseite sind 18 Sha-Khyi aufgelistet.

 

Die Tibet Terrier könnten von Frau Bruns stammen. Frau Weber berichtet, dass nach der Ermordung Frau Bruns durch sowjetische Soldaten und dem Abschießen aller ihrer Tibet Terrier Frau Täuber mit Hunden von Frau Bruns die Tibet Terrier Zucht weiter geführt hat.

 

Bleiben die Lhasa Terrier aus der Schäfer-SS-Tibet-Expedition! Wo sind diese abgeblieben? Wenn diese kleinen tibetischen Hunde noch zur Zeit der Übernahme von Frau Täuber gelebt haben, dann sind auch sie von Frau Täuber aufgenommen worden! Da bin ich mir unbedingt sicher. Denn für diese Hunde hatte sie sich schon längst interessiert und war, wie gerade erwähnt, mit Frau Bruns, der Züchterin aus Berlin, in Kontakt gewesen.

 

Von den vier Tibet Mastiffs (TM) der Schäfer-Expedition gibt es ebenfalls eine klare Spur auch nach dem 2.WW. Da findet sich ein per Hand geschriebener Bericht von Frau Täuber, der als Kopie im KTR-Reporter 1/1999 abgebildet ist. Leider wird nicht angegeben, aus welchem Jahr dieser Bericht stammt. Ich vermute mal einfach den Anfang der 1970er Jahre.

 

Hier berichtet Frau Täuber von ihren vier Tibet Mastiff, ein Rüde, drei Hündinnen, von deren Köpfe sie sogar Gipsabdrücke hergestellt hatte, die aber durch Kriegseinwirkungen verloren gegangen waren. Außerdem mutmaßt Frau Täuber, dass wegen der Anpassung der TM an das extreme Hochland in Tibet diese Hunde äußerst sensibel auf die ungewohnten Bedingungen im Flachland reagieren. Darum seien Nachzuchten gescheitert. Es gab bei ihr nur wenige Welpen, die aber nicht lange überlebt haben.

 

Die TM der Frau Täuber, die sie offenbar während des 2.WW erhalten hat, können nur von der Schäfer-SS-Tibet-Expedition und damit aus dem Zoo Köln stammen. Es war in diesen Jahren undenkbar, dass man als Privatperson native Hunde aus Tibet importieren konnte. Aber bemerkenswert ist, welche Hunde Frau Täuber noch in der Gesellschaft ihrer TM nennt: Sha Khyi, Chow Chow, Afghanen und Tibet Terrier! Wir sind zu diesem Zeitpunkt noch in den Kriegsjahren, wohl 1943 – 45.

25 oder mehr Hunde!?

Nun halte ich einen Moment inne. Mindestens 16 tibetische Sha Khyi finden sich im Jahr 1946 offiziell registriert in Frau Täubers Besitz.

Dak und Kum

Sha-Khyi im Winterfell. Links Kum, stehend sein Sohn Dak

Einige davon hat sie wohl spätestens im Jahr 1944 aus der Wilhelma aufgenommen. Dazu kommen vier Tibet Mastiff/Doggen, auch wenn sie nicht im Sighthound book aufgeführt worden sind. Es waren eben keine Jagdhunde. Dann noch mehrere Tibet Terrier/Lhasa Apso, Afghanen und Chow Chow. Rechnen wir für die drei letztgenannten Rassen jeweils mindestens drei Hunde, sind wir schon bei mutmaßlich 25 Hunden im Besitz von Frau Täuber angelangt. Und das in den schlimmsten Zeiten des Krieges und den noch schlimmeren Nachkriegszeiten! Wie hat diese Frau das geschafft? Wie hat sie es fertig gebracht, alle diese Hunde überhaupt zu ernähren, wo die Nahrungszuteilung für arbeitende Menschen nach dem Krieg über etliche Monate kaum 1500 Kalorien betrug? Über diese Umstände gibt es heute nicht die geringsten Hinweise.

 

Lhasa Terrier

Ich habe versucht der Spur der aus Tibet eingebrachten „Lhasa Terrier“ nachzugehen. Da gibt es nur eine Adresse, nämlich den Klub für Terrier (KFT). 1894 unter dem Namen „Klub für Rauhaarige Terrier“ gegründet, übernahm er von Anfang an die Registrierung auch der Tibet Terrier – und der falsche Name „Terrier“ dürfte dabei der entscheidende Grund gewesen sein. Nach dem 2.WW nannte sich der Klub um zu „Klub für Terrier“ (KFT) und führte dabei auch die Rasse Tibet Terrier weiter. Wenn die Lhasa Terrier aus Tibet in Deutschland im Privatbesitz der Frau Täuber registriert worden sind, dann im KFT!

 

Der KFT verfügt durchaus über ein bis in die Kriegszeiten hinein reichendes Archiv. Aber bis heute ist es ihm nicht gelungen, die von Frau Täuber registrierten „Terrier“ aufzuspüren. Darum muss ich an dieser Stelle ein Frage über das Schicksal der frühen tibetischen Hunde in Deutschland offen lassen.Das ärgert mich schon ein wenig.

 

Noch mehr aber ärgert mich, dass es dem ältesten Klub für Tibet Terrier bisher nicht gelungen ist, die Geschichte der Tibet Terrier Zucht in Deutschland vor der Gründung in 1966/67 darzustellen. Vielleicht liegt es auch daran, dass es in diesem Klub auch an historischem Bewusstsein mangelt.

 

Es kann aber auch sein, dass beim Auseinanderbrechen der TT-Zuchtgruppen mit Neugründung weiterer TT-Klubs Archivunterlagen „verschwunden“ sind.

 

Verlöschen der Zucht von Sha-Khyi, Tibet Mastiff und Lhasa Terrier (Apso)

Wie aber kommt es, dass nicht etwa die Sha-Khyi als tibetische Hunderasse bis heute „überlebt“ hat, obwohl doch mindestens 28 registriert sind, sondern die Tibet Terrier, eigentlich viel schlechtere Voraussetzungen für eine Zucht hatten? Die Antwort kann nur lauten: Inzucht! Denn 25 der 28 registrierten Sha-Khyi stammen von nur drei Ausgangshunden ab, dem Rüden Kum und den Hündinnen Herta und Lore.

 

Aber nach dem Krieg war es unmöglich, weitere Sha-Khyi aus Tibet zu holen, um die Zucht fortführen zu können. Darum musste diese Zucht erlöschen.

 

Ganz anders bei den Tibet Terriern. Hier startete die Zucht 1939 nur mit zwei Hündinnen. Eine brachte Welpen. In der Not holte man den italienischen Apso Dyck. Aber dieser Outcross reichte nicht weit. Nach dem 2. WW half dann ein russischer Offizier mit dem aus der Ukraine stammenden R‘ Apso weiter. Dieser zeigte nur eine Widerristhöhe von 30 cm und war nach meiner Überzeugung ein Lhasa Apso. Aber auf diese Weise rettete man sich über die Jahre. Und eventuell wurden dann bereits aus England Zuchthunde importiert. Aber darüber habe ich keine Kenntnisse. Die eigentlichen Importe begannen dann in den 1970er Jahren mit Luneville-Tibet Terriern. Die weitere Entwicklung wird dann im Buch „Tibet Terrier“, Kynos 1996, beschrieben.

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