Mongolenmeute

Über mich

Bazillus Tibeticus


Seit frühster Kindheit interessiere ich mich für Hunde. Ob der kleine Mischling „Prinz“ daran Schuld hat, kann ich nicht wirklich sagen. Zu früh hauchte er sein Leben unter den Rädern eines Lastwagens aus, als dass mir aus meinen ersten Kinderjahren mehr als das flüchtige Bild eines schwarzen Wuschels mit Dackelaugen in Erinnerung geblieben ist.

So orientierte sich in den folgenden 40 Jahren meine Vorstellung vom Hund am Erscheinungsbild der Wölfe: Grauwolf, Kimberwolf, kanadischer Wolf! Wenn ich denn einst einen Hund besitzen würde, das war mir immer klar, müsste es also ein Schäferhund sein – zumindest galt das, bis man ihm diesen schrecklichen „Schrägrücken“ angezüchtet hat. Dann fiel mein Blick auf die nordischen Typen wie Husky, später auch Dingo, weil ich Trumler kennen lernte.

Annie, Zeichnung meiner damals 12-jährigen Tochter Sarah

Annie, Zeichnung meiner damals 12-jährigen Tochter Sarah – Foto anklicken!

Und vielleicht war es ein Glück, wegen der Priorität von Beruf und Familie lange Jahre keinen Hauswolf zu holen. So konnte sich meine Vorstellung vom Hund öffnen für etliche andere Typen: Die großen Hütehunde wie dem Border Collie z.B., aber auch Golden Retriever oder Labrador.

Von Tibetischen Hunden war mir nicht einmal ihre Existenz bekannt. Dass es ausgerechnet der Dackel Toby war, der mich zu meinen Tibetern geführt hat, gehört zu der Kette von Zufällen, die mein heutiges Leben bestimmt hat und mich immer noch den Kopf vor Erstaunen schütteln lässt.

Der Langhaardackel Toby gehörte meinen Schwiegereltern, doch meine Tochter wuchs mit ihm auf. Von dem Moment an, als meine noch auf den Knien krabbelnde Kleine ihr Wurstbrötchen mit Toby teilte, waren beide dicke Freunde.
Und die 11-jährige ließ sich beim Tode ihres Lieblings nur mit einem neuen Hund trösten, meinem ersten eigenen überhaupt. Ausgewählt nach dem spontanen Hundebild meiner Frau kam also die Tibet Terrier Hündin Annie zu uns – ein rotzfrecher Wirbelwind, den ich bald Turbo nannte -, eine dickköpfige, weiße Primadonna auf struppigen, staksigen Beinen. Aber ziemlich weit weg vom Bild eines Wolfs!

Yak-po Annie get your gunMeine Schneelöwin - ssengge - Prinzessin von Kraßnigg

Yak-po Annie get your gun
– Meine Schneelöwin – ssengge – Prinzessin von Kraßnigg – Foto anklicken!

Doch bei der ersten Ausstellung mit Annie in Kerpen-Türnich in der Jüngstenklasse entschied sich endgültig mein Schicksal als Liebhaber der Tibet Terrier. Danach sah es zunächst gar nicht aus. Als blutiger -Anfänger taumelte ich im Ausstellungsring von einem Lampenfieber zum anderen. In der Masse der wuselnden Tibeter verschwammen mir die Einzelheiten vor den Augen. Mit Annie im Ring schlug ich mich trotz größter Nervosität leidlich durch, indem ich abschaute, was die anderen machten. Mit dem Urteil „ vielversprechend“ für meine Weiße konnte ich mich dann ein wenig entspannter mit dem Geschehen im Ring befassen.

Sam

Scan-FotoBattke

Scan-Foto
Battke

 

Doch es war wieder ein Zufall, dass ich im wichtigsten Moment meines Lebens als Hundemann am richtigen Platz saß, an der Frontseite des Rings, und ein bloßer Zufall war es auch, dass ich im richtigen Moment von meinem Geplauder mit dem Tischnachbar aufschaute. Es muss, ich rekonstruiere es im Nachhinein, die Auswahl für „BOB“, Best of Breed, gewesen sein. Nichts Genaues davon ist mir in Erinnerung geblieben, nur eins: Da kam ein großer Schwarzer auf mich zugetrabt, nein paradiert! Brust und Hals hochgereckt, den Kopf leicht zum Begleiter gewendet, das Haar wie eine Königsrobe, jeder Zentimeter eine Majestät auf vier Beinen! Der Blick, die Körperhaltung, der Gang, alles signalisierte: In diesem Ring gibt es nur den Einen, mich, Sheydon’s Sam Dup, den König der Tibeter!
Vor meinem Auge wenigstens verschwand alles, was sonst noch da war, auch der Jeans tragende Führer. Ich sah nur Sam, einige wenige Sekunden nur, dann wendete er und paradierte in der gleichen majestätischen Haltung zurück in den Nebel meiner Erinnerung.

In diesen Momenten muss es in meinem Kopf „Klick“ gemacht haben. Was immer dort als Priorität zu meinem Hundebild gespeichert war, es war umprogrammiert worden von Sam, dem Urbild des Tibet Terriers! Nur so konnte meine Annie zur Schneelöwin und zum Bazillus tibeticus werden und noch lange Zeit danach suchte ich in jedem schwarzen Tibet Terrier das Bild von Sam. Und plötzlich hatten sich bei mir insgesamt vier Tibet Terrier, Annie, Terry, Blackie und Sin-Da zur AMDO-Meute gesammelt!

Und noch heute, nach 21 Jahren des Zusammenlebens mit Tibet Terriern, kommt mir, – nur ein Hundenarr kann das nachempfinden -, bei der Erinnerung an dieses Erlebnis mit Sam Dup der Faust’sche Spruch in den Sinn: „Werd‘ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn!“ Danke, Sam, dass es dich gab!
Sam Dup stammte aus der US-amerikanischen Lamleh-Zucht der Tierärztin Toodie Connor, Kennel Sheydon, und wurde im deutschen Schanti-Kennel bei den Züchtern Golzem/Horn geführt. Sam hat fast während der gesamten 1990er Jahre das Bild des Tibet Terriers in der ganzen Welt der Tibetischen Hunde, von Deutschland über Europa bis in die anglo-amerikanische TT-Szene hinein geprägt!

 

 Autor


Mein Name lautet Adolf Kraßnigg, Jahrgang 1947, verheiratet, eine Tochter, Oberstudienrat mit den Fächern Deutsch und Sport am Theodor-Heuss-Gymnasium in Dinslaken. Mit Sammie und Jacko leben nun der 6. und 7. Tibet Terrier mit mir zusammen!

Foto: Workshop Wolff

Foto: Workshop Wolff

Der erste aber war meine Hündin „Yak-po Annie get your gun“, nur Annie gerufen, meine Prinzessin von Kraßnigg, meine Ssengge, meine Schneelöwin! Mit ihr bin ich dann in den KTR, den „Internationalen Klub für Tibetische Hunderassen“ eingetreten. Das ist der größte aller drei Klubs, die im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) tibetische Hunde züchten.
Mein Züchtername lautet bis heute „AMDO“ nach einer bekannten tibetischen Provinz. Meine ersten vier Tibet Terrier, Annie, Terry, Blackie und Sin-Da, nannte ich darum „die AMDO-Meute“.

Im Jahr 1996 erschien mein erstes Buch mit dem Titel „Tibet Terrier“ im Kynos Verlag; insgesamt 4 Auflagen, mit mehr als 10 Tausend Exemplaren das meist verkaufte deutschsprachige Buch über diese Rasse. Und im Mai 2012 folgte das zweite Buch mit dem Titel „Unser Hund – Der Tibet Terrier“, ebenfalls im Kynos Verlag. Hinter diesen Büchern stehen 21 Jahre Erlebnis und Erfahrung mit meinen Tibet Terriern, aber auch eine intensive Hinwendung zu allen Themen der Kynologie ganz allgemein und dem geografischen und historischen Zusammenhang, in dem unsere Tibetischen Hunde auftauchen.

Von 2004 bis 2006 betreute ich als verantwortlicher Redakteur den KTR-Reporter, die Klubzeitschrift des „Internationalen Klubs für Tibetische Hunderassen, e.V.“.
Von Anfang 2006 bis Anfang 2007 war ich auch Vorsitzender des KTR. Doch weil ich die in diesem Klub sich abzeichnenden Zuchtentwicklungen – und einiges andere mehr – nicht mehr mittragen wollte, bin ich dort im Februar 2007 zurück- und aus dem KTR ausgetreten. Seit dieser Zeit gehöre ich keinem Klub und keinem der Verbände an, die sich mit der Zucht des Tibet Terriers befassen. Ich verkaufe auch keine Welpen und kann darum völlig unabhängig von allen sonstigen Verpflichtungen und Rücksichtsnahmen, aber auch unbeschadet aller möglichen Repressalien schreiben und aussprechen, was andere Liebhaber unserer Rasse denken, aber sich nicht immer laut zu äußern wagen.
Für mich gibt es nur ein wichtiges Ziel, nämlich mich für das Wohl unserer wunderbaren Hunde und der züchterischen Zukunft der Rasse zu engagieren.

Nach dem Tod der beiden letzten meiner AMDO-Meute, Blackie und Terry, im Mai 2009, holte ich mir im September 2009 meinen schwarzen Sammie, im Juni 2011 dann auch den zobelfarbenen Jacko. Weil mein Avatare nach dem Mongolen „Altan Khan“ benannt ist, mit dem Kürzel A.K., nenne ich mich gerne den „alten Mongolen“ und zusammen mit meinen Wuffs die „Mongolenmeute“.

Mongolenmeute A

Altan Khan, Fürst der Ordos- und Tumed-Mongolen, hatte einst den Dalai Lama zum weltlichen Führer Tibets gemacht. Einer seiner Vorgänger, Gusri Khan, hatte schon vorher den Abt des „Gelbmützenordens“ zum Dalai Lama, zum „Ozean der Weisheit“ und damit zum geistigen Führer Tibets ernannt. Altan Khan gehörte zu den erstaunlichsten aller Mongolen-Khane. Er hat Peking erobert, aber nicht geplündert, weil ihm das langfristige wirtschaftliche Wohl seiner anvertrauten Mongolen wichtiger als kurzfristige Beute war.

Foren für die Freunde Tibetischer Hunderassen

Ich bin Mitglied in den beiden wichtigsten Foren für Tibetische Hunderassen, dem Tibeter-Forum und dem Tibet-Terrier-Forum. Ich poste dort immer wieder Beiträge, die sich mit der Frage der Zucht der Tibet Terrier befassen, aber auch zum Thema Genetik und anderen interessanten Aspekten rund um unsere Hunde.
In beiden Foren bin ich unter dem Avatare „Altan Khan“ oder „A.K.“ zu erreichen.

Seit dem Erscheinen des ersten Buchs habe ich es mir gerne zur Aufgabe gemacht, allen mit Rat und Tat zu helfen, die bei mir anfragen. Sie erreichen mich am besten per E-Mail unter mongolenmeute@onlinehome.de! Bitte geben Sie auch ihren Namen und die Telefonnummer für eventuelle Rückfragen an. Alternativ finden Sie auf dieser Website auch ein Kontaktformular.

Ich liebe dieses Foto!

Altan Khan – hier ein bisschen verfremdet mit Uniformstücken der US-Kavallerie! Man beachte die Farben der Flagge Tibets auf der Hutblende!
Das Foto entstand bei einem Workshop von Foto Wolff

P.S.
Möglicherweise treffen Sie im Internet auch auf meine alten „AMDO-Webseiten“. Zu diesen Seiten habe ich seit mindestens acht Jahren wg. eines Festplatten-Crashes und Provider-Wechsels keinen Zugang mehr.